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Schulen erweitern unser Wissen über lokale Erdbeben
 

 

Projektleiter: em. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Ewald Brückl

 

Zeitraum: 10/2014 – 9/2016

 

In vielen Ländern stellen Seismometer an Schulen und darauf aufbauende Lehrprogramme oder Projektarbeiten einen wertvollen Beitrag zur seismologischen Forschung dar. SCHOOLS & QUAKES verfolgt vergleichbare Ziele, wobei auf eine umfassende Vernetzung besonderer Wert gelegt wird. Als Projektgebiet wurde der Raum Mürztal ‐ südliches Wiener Becken wegen seines hohen Erdbebenrisikos ausgewählt. Zu den wissenschaftlichen Zielen gehören die genaue Lokalisierung von Beben, die Beschreibung der Bruchmechanismen und die Zuordnung der Beben zu tektonisch aktiven Störungszonen. Der langzeitliche Aufbau von Spannungen in der Erdkruste soll ebenfalls erfasst werden und mit der aktuellen und zu erwartenden Bebentätigkeit in Beziehung gesetzt werden.
Die wissenschaftlichen Arbeiten im Rahmen von SCHOOLS & QUAKES bauen auf den Arbeiten des seismologischen Dienstes der ZAMG auf und nutzen die Erkenntnisse über die Struktur der Lithosphäre im Ostalpenraum, die in früheren, durch die ÖAW geförderten Projekten gewonnen wurden. Das bestehende seismische Netz wird durch SCHOOLS & QUAKES Stationen verdichtet. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass dadurch nicht nur die Lokalisierung verbessert wird, sondern vor allem der Herdmechanismus besser erfasst wird. Neue Algorithmen zur dessen Bestimmung werden getestet und weiterentwickelt. Die 2008 begonnenen, geodätischen Messreihen zur Erfassung der Deformation der Erdkruste werden fortgeführt und liefern Aussagen über den langzeitlichen Spannungsaufbau. Schülerinnen und Schüler betreuen die seismischen Stationen an ihren Schulen und liefern wertvolle wissenschaftliche Beiträge u.a. durch die motivierte und unvoreingenommene Herangehensweise an die interaktive und programmunterstützte Analyse des seismischen Datenmaterials. Sie gewinnen einen fundierten Zugang zum Phänomen Erdbeben und seine Bedeutung für die Gesellschaft.
 
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