bezüge zu charles darwin am nhm wien

Der Internationale Darwin Day am 12. Februar erinnert an den Geburtstag des Britischen Naturforschers Charles Darwins (1809-1882). Er ist eine Hommage an Darwins Beitrag zur Wissenschaft. Seine Theorie der biologischen Evolution durch natürliche Selektion revolutionierte die bis dahin geltende Auffassung von Natur und ihrer Entwicklung.

Bis heute bildet Darwins Theorie das Fundament der Biologie und ist daher in der Schausammlung des NHM Wien mehrfach thematisiert. Doch auch historisch hat das NHM Wien enge Bezüge zu Darwin.
Zum Zeitpunkt seiner Eröffnung im Jahr 1889 war das Naturhistorische Museum in Wien das erste konsequente „Evolutionsmuseum“ Europas. Zu verdanken war dies dem ersten Direktor des Hauses, Ferdinand von Hochstetter (1820-1884), der selbst ein bekennender Anhänger Darwins der allerersten Stunde war.

Durch die Eingliederung einer von ihm neu geschaffenen Anthropologisch-Ethnographischen Abteilung schuf Hochstetter das erste Naturmuseum, in dem auch der Mensch als Forschungsobjekt umfassend präsentiert wurde. Darüber hinaus nutzte Hochstetter die dekorative Ausstattung des Museums, um Darwins Theorie an die Besucherinnen und Besucher zu kommunizieren.
 

(Mehr dazu in: Das Naturhistorische Museum: Baugeschichte, Konzeption & Architektur Jovanovic-Kruspel, Stefanie (Text); Schumacher, Alice (Bilder); 2014, zu bestellen beim Verlag.)

 
Die folgenden 10 Stationen sind nur eine Auswahl der unzähligen Referenzen zu Charles Darwin und sein wissenschaftliches Erbe im und am NHM Wien:

 

1. Die direkteste Anspielung auf Charles Darwins Theorie ist der sogenannte „Darwin-Fries“ in der Oberen Kuppelhalle vom österreichische Bildhauer Johannes Benk (1844-1914): ein Affe, der sich selbst auf die Brust deutet, hält einem Knaben den Spiegel vor, doch der Knabe bedeckt seine Augen, weil er sein Spiegelbild und den Affen nicht sehen will. Ein zweiter Affe hinter dem Knaben hält ein aufgeschlagenes Buch mit der Aufschrift „Darwin. Abstammung des Menschen“ in Händen. Johannes Benk spricht mit dieser Szene den Museumsbesucher direkt an. Er konfrontiert ihn mit der Erkenntnis seiner tierischen Abstammung.





2. „Die Evolution der Minerale" (Saal 1): Auf unserem Planeten gibt es viel mehr Minerale als auf anderen Körpern im Sonnensystem. Grund dafür ist das Leben, dem mehr als die Hälfte der Minerale ihre Existenz verdanken, sowie stetige Änderungen der Umweltbedingungen auf der Erde, so der „Entdecker“ der Mineral-Evolution, Robert M. Hazen von der Carnegie Institution in Washington D.C.


 


3. „The Descent of Man“: Saal 14 und 15 (Anthropologie) thematisieren detailliert die Abstammung des Menschen. Hier kann man auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Nachbildungen unserer fossilen Vorfahren sehen und gemeinsam mit „Lucy“ durch die Savanne spazieren.


 


4. Dinobird: Im Saal 10 zeigt das Modell eines gefiederten Dinosauriers („dinobird“) eindrucksvoll, dass Vögel in der Tat lebende Dinosaurier sind.
 




5. Kambrische Explosion: Im Saal 7 erwarten Sie die berühmten Fossilien des Burgess Shale in den kanadischen Rocky Mountains. Die über 500 Millionen Jahre alten Tiere aus dem Kambrium zählen zu den ersten mehrzelligen tierischen Fossilien aus einer Zeit, in der erstmals hartschalige Strukturen in der Tierwelt auftraten und die deswegen oft als „kambrische Explosion“ bezeichnet wird.




 
6. Lebendes Fossil: Den unter Evolutionsbiologen wahrscheinlich berühmtesten Fisch ist Saal 26 ausgestellt: Die Gruppe der Quastenflosser galt vor der sensationellen Wiederentdeckung von Latimeria im Jahre 1938 als seit Jahrmillionen ausgestorben.




 
7. „Persönliche Bekanntschaft“: Im Saal 27 befinden sich zwei Arten von Leguanen von den Galapagosinseln, denen Charles Darwin auf seiner Weltreise mit der Beagle persönlich begegnet ist.



 

8. Haeckel-Saal (21): Im deutschsprachigen Raum war es um die Wende zum 20 Jahrhundert vor allem Ernst Haeckel, der den Darwinismus propagiert hat. Kopien seiner berühmten Lithographien der „Kunstformen der Natur“ können Sie sich in den Fenstern des Saales 21 genauer ansehen, wo marine Mikroorganismen und andere Meeresbewohner in zoologischer und künstlerischer Perfektion dargestellt sind.


 


9. „Österreichischer Darwinist“ – Ferdinand von Hochstetter, berühmter Geologe und Direktor des neuen Naturhistorischen Museums in Wien war einer der ersten bekennenden Anhänger Darwins in Österreich. Seine Porträtbüste von Viktor Tilgner befindet sich im Stiegenhaus im 1. Stock. Im Stiegenhaus zum Saal 50 hängt auch sein Porträt-Ölgemälde von dem Maler Franz Rumpler.
 




10. Darwin – einziger lebender Wissenschafter: Die Fassade des NHM Wien ist u.a. mit Figuren und Porträts berühmter Forscher geschmückt. Der einzige Wissenschafter, der noch zu seinen Lebzeiten hier verewigt wurde, war Charles Darwin. Sein Porträt ist das letzte einer chronologischen Reihe am Burgring.






Events und Informationen zum Internationalen Darwin Day unter darwinday.org .