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Werte BesucherInnen!
Die Fachbibliotheken der 3. zoologischen Abteilung
sind zwischen 27.12.2017 und 7.1.2018
geschlossen!

Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und
ein glückliches neues Jahr 2018!


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Parasitische Einzeller und Würmer – Neue Vitrinen (77-92) in Saal 22

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Parasitische Lebensweise zählt zu den frühesten „Erfindungen“ in der Evolution des Lebens: Schon die ersten Einzeller wurden vermutlich von anderen Einzellern bewohnt. Wo immer eine Lebensform entstanden ist, hat sich ein kleines Universum für Mitbewohner aufgetan. Parasiten sind – vereinfacht ausgedrückt – jene Organismen, die in, auf und von anderen leben. Das sind beispielsweise die Malaria-Erreger in roten Blutzellen, die Bandwürmer im Dünndarm, aber auch die blutsaugenden Zecken. Alle freilebenden Tiere und Pflanzen beherbergen Parasiten, und auch die Parasiten selbst sind häufig parasitiert. In der Natur sind diese Formen des Zusammenlebens wesentliche Faktoren der Ökosysteme, der Evolution, der Biodiversität. Parasiten machen mehr als die Hälfte aller Arten aus und tragen darüber hinaus als wichtige Selektionsfaktoren zur Artenvielfalt bei, indem sie verhindern, dass dominante Arten überhand nehmen.
 

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Medizinisch werden die Parasiten traditionell aus einem ganz anderen Blickwinkel gesehen. In der Medizin geht es um Schadwirkung, Vorbeugung und Krankheitsbekämpfung. Eine neue Präsentation zeigt parasitische Einzeller und Würmer vor allem mit ihren Auswirkungen auf den Menschen. Diese Präsentation wurde von der Firma Bayer Austria unterstützt. Die meisten der dargestellten Parasiten-Arten werden durch Haustiere oder blutsaugende Insekten übertragen. Krankheiten, die von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragen werden, nennt man Zoonosen. Manche Parasiten – wie der Leberegel – haben sehr komplizierte und faszinierende Lebenszyklen, andere – wie der Fuchsbandwurm – verursachen bedrohliche Krankheitsbilder. Viele Parasiten haben bei ihren Wirten oder Zwischenwirten Verhaltensänderungen zur Folge. So werden Mäuse gegenüber ihren Fressfeinden furchtlos – egal, ob sie mit dem Fuchsbandwurm oder mit Toxoplasmose infiziert sind. Dieses auffällige Verhalten dient ausschließlich der Verbreitung des jeweiligen Parasiten. Der Mensch ist in dem Kreislauf nur ein (unglückliches) Abstellgleis.

In der Natur tragen Parasiten wesentlich zur Bestandsregulierung (etwa der Mäuse) bei. Wir sollten daher – bei aller Vorbeugung, Hygiene und Bekämpfung – nicht vergessen, dass wir ganz ohne Parasiten nicht auskommen würden!   

 
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