geschichte

1793 kaufte Kaiser Franz I. von Österreich die naturwissenschaftlichen Sammlungen Hof-Falconiers Joseph Natterers. Diese enthielten auch Insekten und waren ab 1796 in einem eigenen Trakt in der Hofburg untergebracht. 1806 wurde die Sammlung europäischer Insekten von Johann Carl Megerle von Mühlfeld angekauft. Megerle war der erste Kustos der entomologischen Sammlungen. 1808 wurde die Gundian'sche Sammlung europäischer Schmetterlinge erworben. Diese alten Sammlungen wurden 1848 durch einen Brand zerstört.

 

Die Tradition wissenschaftlicher Expeditionen reicht bis ins vorige Jahrhundert zurück. Johann Natterers (Sohn des Obigen) Reise nach Brasilien (1817 - 1835) führte zu einer enormen Bereicherung der Sammlungen. 60 000 Insekten, die Natterer in Brasilien gesammelt hatte, waren ein Teil des "Brasilianischen Museums" das im "Harrach'schen Haus" (heute Wien - Innere Stadt, Johannesgasse 7) untergebracht war. Diesem Umstand ist es zu verdanken, daß diese Sammlungen noch erhalten sind. 1857 startete die Fregatte Novara zur ersten Weltumesegelung: Von den Naturalienkabinetten nahmen der Zoologe Georg Ritter von Frauenfeld und der Präparator Johann Zelebor an der Reise teil. Als die Expedition 1859 zurückkehrte, brachte Frauenfeld auch reichhaltiges Insektenmaterial mit, das von namhaften Entomologen bearbeitet wurde: L. Redtenbacher (Coleopteren), F.M. Brauer (Neuropteren), H. de Saussure (Hymenopteren exkl. Formicidae), G. Mayr (Formicidae und Hemiptera), I.R. Schiner (Dipteren), C. Felder, R. Felder und A. Rogenhofer (Lepidoptera).

 

1876 wurde das heutige Naturhistorische Museum gegründet. Die Entomologen Ganglbauer und Holdhaus (Coleoptera), Rogenhofer und Rebel (Lepidoptera), Kohl und Maidl (Hymenoptera), Brauer (Diptera und Neuroptera), Handlirsch (fossile Insekten) trugen wesentlich zum internationalen Ansehen des Naturhistorischen Museums in Wien bei. Seit 1972 ist die entomologische Abteilung eine der drei selbständigen zoologischen Abteilungen.