präparation

aufgabenbereiche

Die von den Präparatoren durchzuführenden Aufgaben sind mit den an der Abteilung eingerichteten Sammlungen assoziiert und umfassen im Wesentlichen die Betreuung der Skelettsammlung im Sinne der Präparation, Restauration und Dokumentation.

 

Die Skelettreste werden vorsichtig gereinigt, fragile Bereiche gehärtet und gebrochene Teile wieder zusammengefügt. Bei der anschließenden Befunderhebung wird der allgemeine Erhaltungszustand dokumentiert, sowie das Geschlecht und das Sterbealter des Individuums bestimmt und EDV-mäßig erfaßt. Seit geraumer Zeit nimmt auch die Herstellung von Gips- und Kunstharzabgüssen besonders wichtiger Objekte einen maßgeblichen Platz ein.

 

Nach dem Behandeln der Originale mit einem Trennmittel kann mit der Herstellung der Negativform begonnen werden. Die Negativform entsteht aus Silikon, welches durch die Beigabe eines Härters in wenigen Stunden zu einer abbildungsgetreuen, elastischen Masse aushärtet. Als Stützform eignet sich ein Zweikomponenten-Epoxyharzsystem, das sich durch geringes Gewicht und hohe Stabilität auszeichnet und nach 24 Stunden seine endgültige Härte erreicht.

 

Mit Dentalgips oder einem Zweikomponenten-Polyurethanharzsystem wird die Negativform im Gußschwenkverfahren schichtweise ausgegossen und so eine detailgenaue Kopie des Originals hergestellt. Dieses sehr leichte PU-Harz zeichnet sich durch seine große Endfestigkeit (dadurch eignet es sich speziell für Führungen und Schulprojekte), seine relativ kurze Aushärtungszeit (einige Stunden) und seine Abbildungsgenauigkeit aus und lässt sich je nach verwendetem Härter auch nach dem Aushärten noch mechanisch und maschinell bearbeiten (schleifen, bohren etc.).

 

Ein Aufgabenbereich, der sich aus innovativen Fragestellungen in der prähistorischen Anthropologie ergibt, ist die Herstellung histologischer An- und Dünnschliffe für mikroskopische Untersuchungen (REM, BSE, Auf-/Durchlicht etc.):

Zu untersuchende Knochen werden in Biodur im Vakuum eingegossen. Das ausgehärtete und angeschliffene Biodurblockpräparat wird auf einem Objektträger aufgesetzt und an der gewünschten Stelle mittels 4"-Diamantsägeblatt geschnitten.

 

Die gewünschte Enddicke (meist 70 µm) wird durch händisches oder maschinelles Schleifen erreicht. Anschließend wird der Dünnschliff vor dem Aufsetzen des Deckglases poliert. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sind die Präparatoren maßgeblich an der Gestaltung, am Aufbau und an der technischen Betreuung diverser Ausstellungen innerhalb und außerhalb des Museums beteiligt.