WILD

Fotografien von Michael "Nick" Nichols

8. Juli 2020 – 4. Oktober 2020
In den Sonderschauräumen im Hochparterre.
Manchen gilt er als der Indiana Jones der Fotografie. Andere sind der Ansicht, ohne ihn wäre die Tierfotografie heute nicht das, was sie ist. Die meisten allerdings halten ihn ganz einfach für den besten Fotografen seines Fachs. Obwohl Michael „Nick“ Nichols kürzlich mit 66 Jahren seine Laufbahn beendet hat, ist er noch immer eine der wichtigsten Figuren des Fotojournalismus. Erste Erfahrungen sammelte er bei der Zeitschrift GEO ehe er drei Jahre später Mitglied der Agentur Magnum wurde. Von 1989 bis 2015 erarbeitete Nichols 30 Reportagen für das Magazin National Geographic. Dabei verfolgte er von Beginn an ein einziges Ziel: wilde, unberührte Landschaften ins Licht zu rücken, und mit ihnen die Geschöpfe, die sie bevölkern. Er versenkte sich ganz in seine Arbeit und verbrachte jeweils mehrere Monate damit, den Tieren so nah wie möglich zu kommen und ihre Lebensweise und ihre Reviere kennenzulernen.
 
Nick Nichols hat unter anderem mit der renommierten Primatenforscherin Jane Goodall zusammengearbeitet und mit dem Umweltaktivisten Mike Fay Afrika von Ost nach West durchquert. Seine Arbeit stand dabei immer im Zeichen der Erhaltung der natürlichen Lebensräume. In seinem umfangreichen Werk verschmilzt die Fotografie mit Journalismus, aber auch mit Wissenschaft und Technologie. „Wie schaffen Sie es, den Tieren so nahezukommen?“ – diese Frage hört Nichols immer wieder. Dann antwortet er oft schalkhaft: „Ganz einfach: Manchmal bin ich gar nicht da.“ In der Tat: Viele Aufnahmen dieser nicht vollständigen Retrospektive, die in vier große Abschnitte gegliedert ist,
hat Nichols, ein alter Weggefährte unseres Festivals, mithilfe von Fotofallen gemacht.
Diese Anlagen bleiben vollkommen unbemerkt und ermöglichen es dem Fotografen, gleichzeitig anwesend und abwesend zu sein. „Ich musste meiner Kamera beibringen, selbstständig zu denken, an meiner Stelle, und sich etwa an die Lichtverhältnisse anzupassen…“
 
Eine Arbeit über die Löwen der Serengeti, eine Studie über die indischen Tiger Sita und Charger, eine gemeinsam mit Jane Goodall erarbeitete Reportage über Schimpansen – diese Ausstellung gibt Einblick in Nick Nichols’ glänzende Karriere. All diese beeindruckenden Aufnahmen sind das Ergebnis sorgfältiger Arbeit. Sie führen die Natur und ihre Geschöpfe im Urzustand vor, ungeschönt und ungeschminkt, und zeigen sie als gefährliche, faszinierende und unmöglich zu bändigende Wesen.
 
Nichols Arbeiten wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet, ua mit World Press Photo Award, Wildlife Photographer of the Year Award, Sony World Photography Award … Sein Foto "Surfing Hippo” wurde vom TIME magazine als "one of the most influential images of all time” ausgezeichnet.
Seine bis dato letzte Einzelausstellung im Philadelphia Museum of Art wurde 2017 von 250.000 Besuchern gesehen.
Mit seiner Frau, der Künstlerin Reba Beck, lebt er in Sugar Hollow in Virginia.

Die Ausstellung wird gemeinsam mit dem Festival La Gacilly-Baden realisiert.
  
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