Vögel (Saal 29 - 32)

 

Der Schwerpunkt im Bereich der Schausammlung liegt auf der Darstellung des globalen Artenreichtums (Biodiversität) und seiner systematischen Ordnung. Fast ein Viertel aller bekannten Vogelarten der Erde kann hier in vier Schausälen (Saal 29 – 32) entdeckt und hautnah erlebt werden. Die Räume gleichen dreidimensionalen Bestimmungsbüchern – ca. 2500 Objekte von Arten aus Österreich, Europa und der ganzen Welt sind ausgestellt.

 

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Die Sammlung

Weltweit werden gegenwärtig etwa 10.000 Vogelarten in 30.000 Unterarten unterschieden. Die Vogelsammlung beherbergt davon etwa 75% aller Arten. Insgesamt werden im NHM Wien über 130.000 Vogelbelege aus aller Welt aufbewahrt.
 
Den Großteil macht dabei die Balgsammlung aus (ca. 95.000 Objekte), daneben verfügt die Sammlung über rund 11.000 Stopfpräparate und Skelette (11.500). Zusätzlich existieren Sammlungen von Eiern und Gelegen (10.000), Nestern und Rupfungen (Federn) sowie eine Sammlung von Gewebeproben für molekularbiologische Untersuchungen. Von großer internationaler Bedeutung sind die > 1000 Typen!
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Highlights

Seeadler-Paar
Haliaeetus albicilla. Donau-Auen bei Wien. Stopfpräparate. 1889.
Dieses Seeadlerpaar wurde von Kronprinz Rudolf am 22. Jänner 1889 in den Donau-Auen bei Wien erlegt – nur neun Tage vor seinem Selbstmord in Mayerling.
Galapagos-Kormoran
Phalacrocorax harrisi. Auch Stummelkormoran, Galapagosscharbe. 
Herkunft: unbekannt. Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die einzige flugunfähige Kormoranart ist sowohl in freier Wildbahn als auch in musealen Sammlungen extrem selten. Wann und wie dieses Exemplar ans NHM kam, ist nicht dokumentiert.
 
Schuhschnabel
Balaeniceps rex. Mündung des Bahr el Ghazal, Sudan. 1913.
Der seltene afrikanische Vogel mit dem ungewöhnlichen Schnabel wird in manchen Zoos, aber nur in wenigen Museen gezeigt. Das Exponat im NHM ist besonders naturgetreu präpariert.
 
Moas
Dinornithidae. Neuseeland. 1857–1859.
Diese Skelette zweier ausgestorbener Moa-Arten wurden von Ferdinand von Hochstetter während der Novara-Expedition in einer Höhle auf Neuseeland entdeckt und 1859 nach Wien gebracht.
Hoatzin
Opisthocomus hoazin. Auch Schopfhuhn, Zigeunerhuhn, Stinkvogel. Rio Parnaíba, Piauí, Brasilien. 1903.
Das Diorama illustriert ein typisches Verhalten der Schopfhühner: Junge Hoatzins nutzen ihre Flügelkrallen, um nach der Flucht ins Wasser wieder in ihr Nest zurückzuklettern.
 
Argusfasan
Argusianus argus. Auch Arguspfau. Tiergarten Schönbrunn. 1932.
Sein prachtvolles Gefieder macht den Argusfasan zum beliebten, aber anspruchsvollen Ziervogel. Dieser Hahn aus dem Tiergarten Schönbrunn wurde besonders effektvoll präpariert.
 
Dronte oder Dodo
Raphus cucullatus. Mauritius. Skelettankauf. 1905.
Das NHM besitzt nicht nur das vollständigste Skelett, das von einer Dronte weltweit erhalten ist, sondern seit 2011 auch die modernste Rekonstruktion dieser ausgestorbenen Vogelart.
 
Kakapo-Gruppe
Strigops habroptilus. Auch Eulenpapagei, Erdpapagei. Neuseeland. Stopfpräparate. 1884.
Das NHM ist eines der wenigen Museen auf der Welt, das nicht nur eine ganze Gruppe der sehr seltenen Kakapos besitzt, sondern diese auch in einem historischen Diorama zeigt.
Weißwangenkauz
Sceloglaux albifacies. Auch Lachkauz, Felseneule, Whakau, Weißgesichtkauz. Neuseeland.
Dieses Stopfpräparat eines Weißwangenkauzes, einer ausgestorbenen, nur aus Neuseeland bekannten Eulenart, ist eine echte Rarität. Wie und wann es ans NHM kam, ist nicht bekannt.
 
Rhinozerosvogel
Buceros rhinoceros. Java, Indonesien. Um 1833.
Bei der Restaurierung dieses historischen Dioramas im Jahr 2010 wurde auf Detailgenauigkeit Wert gelegt – selbst das Beutetier, ein kleiner Flugdrache, ist ein Original.


Der Seeadler
Haliaeetus albicillla  (Linnaeus, 1758)
Seit jeher standen Adler aufgrund ihrer Größe und Stärke im Interesse des Menschen. Das Spektrum reicht vom Machtsymbol als Wappentier bis hin zum sprichwörtlich gewordenen guten "Adlerauge". Zu den bekanntesten heimischen Adlerarten zählt der Seeadler. Das abgebildete Präparat (Saal 29) ist Teil einer auf einem Horst montierten Gruppe mit einem Jungvogel und zwei erwachsenen Tieren. Letztere stammen aus dem Nachlass von Kronprinz Rudolf und wurden von ihm am 21. Jänner 1889 in den Donau-Auen bei Mannswörth, NÖ, erlegt, unweit des Ortes mit dem historisch betrachtet, letzten verbürgten österreichischen Brutnachweis. Dieser in der Paläarktis weit verbreitete Greifvogel mit einer Spannweite bis zu 2,3 m ist aufgrund intensiver Verfolgung, schwerwiegender Veränderungen seiner Lebensräume und des Einsatzes von Pestiziden aus weiten Teilen seines europäischen Brutareals verschwunden. Erst regionale Bestandeserholungen in den Nachbarländern im letzten Jahrzehnt haben dazu geführt, dass aktuell wieder weit über  100 Individuen an den großen Gewässern Ostösterreichs überwintern. Nach einem erfolgreichen Brutnachweis 2001 kommt es seither alljährlich zu Bruten in Österreich, mit zuletzt (2016) etwa 25 Paaren, die sich v.a. in geschützten Auwaldbereichen der großen Flüsse oder in großräumig weniger gestörten Gebieten, wie in der Waldviertler Teichlandschaft ansiedeln. Dennoch führen Störungen immer wieder zur Aufgabe von Bruten. Weiterhin gefährden auch Abschüsse und Vergiftungen den kleinen österreichischen Bestand.

Der Mauerläufer
Tichodroma muraria (Linnaeus, 1766)  
Der ca. 16 cm große Mauerläufer (Saal 29) bewohnt die höchsten europäischen und asiatischen Gebirgszüge. Er ist auch eine charakteristische Vogelart der österreichischen Alpen. Dort ist er vorwiegend zwischen 700 und 2.000 m Seehöhe zu beobachten, im Winter regelmäßig ach in tieferen Lagen, wie etwa entlang der Thermenlinie (Harzberg) in Ostösterreich. Aufgrund seiner oft schwer zugänglichen Lebensräume in Schluchten, Klammen und an senkrechten, stark gegliederten Felswänden, wird er jedoch häufig übersehen. Am ehesten verraten ihn die kontrastreich gefärbten Flügel während seines schmetterlingsähnlichen Fluges. Der abgebildete Vogel stammt aus der Kollektion des international bekannten Ornithologen der k.k. Monarchie Victor R. v. Tschusi zu Schmidhoffen und wurde  in Hallein, Salzburg, am 6.2.1882 gesammelt. Die von Tschusi 1906 bzw. 1914 erworbene umfassende Kollektion paläarktischer Vögel ist sowohl für die Schausammlung, als auch für die wissenschaftliche Sammlung von wesentlicher Bedeutung.

Der Triel
Burhinus oedicnemus (Linnaeus, 1758)
Der ehemals regional weiter verbreitete, in trockenen, vegetationsarmen und offenen Lebensräumen vorkommende Triel (Saal 29), ist aufgrund tiefgreifender landschaftlicher Veränderungen aus großen Teilen Mitteleuropas verschwunden. Ursprünglich bewohnte er Sandsteppen, sandige Heidegebiete oder Kiesbänke an unverbauten Wildflüssen. Heute stellt die auf ca. 15 - 20 Brutpaare zusammengeschmolzene österreichische Population  das einzige regelmäßige Brutvorkommen Mitteleuropas dar . Brutplätze sind weitgehend auf das Vorhandensein geeigneter Sekundärbiotope im pannonischen Raum angewiesen, wie Sand -und Schottergruben sowie einen Truppenübungsplatz angewiesen. Landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen werden weitgehend gemieden. Das in Verteidigungsstellung präparierte Exemplar wurde von Julius Finger, einem österreichischen Ornithologen, wahrscheinlich im Umfeld von Wien vor 1874 gesammelt; nähere Fundumstände sind leider unbekannt.

Der Rosaflamingo
Phoenicopterus roseus (Pallas, 1811)
Die Vogelsammlung verfügt über eine umfangreiche Kollektion afrikanischer Vogelarten. Ein historischer Beleg daraus ist der von Carl Weidholz 1914 in Tunesien gesammelte Rosaflamingo (Saal 30). Im Gegensatz zu früher wird er heute zumeist als eigene Art ­– getrennt vom Kuba-Flamingo – betrachtet. Unter Anwendung eines weit gefassten Artbegriffes ist der Rosaflamingo die am weitesten verbreitete Flamingo-Art. Er ist ein Bewohner alkalischer (basischer) Lagunen und seichter Salzseen der Alten und Neuen Welt. In Österreich tritt die Art als sehr seltener „Gastvogel“ auf. Mit Hilfe der Lamellen seines kompliziert gebauten Schnabels filtert er vorwiegend mikroskopisch kleine Krebse, Mollusken, sowie Algen aus dem Wasser. Die Art brütet in großen Kolonien, wobei pro Paar jeweils nur ein Ei in einem ca. 30 cm hohen kegelförmigen Nest aus Schlamm bebrütet wird. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass sowohl Männchen wie auch Weibchen eine Art Milch im oberen Verdauungstrakt erzeugen, um damit ihr Junges zu füttern. Die Zusammensetzung ist der Säugetiermilch ähnlich (8-9% Protein, 15% Fett).

Die Eiderente
Somateria mollissima (Linnaeus, 1758)
Die Eiderente ist eine der häufigsten Meerenten der arktischen Küstengewässer, die gelegentlich sogar im europäischen Binnenland, wie auch in Österreich, überwintern. Im Brutkleid sind die Altvögel deutlich verschieden gefärbt; die Männchen (Erpel) im Prachtkleid sind auffällig bunt, die Weibchen unscheinbar braun. Erpel im Schlichtkleid besitzen ein überwiegend dunkles Gefieder. Bemerkenswert sind die weichen, wärmeisolierenden Dunen mit denen die Nestmulde ausgekleidet wird. Das unkontrollierte Sammeln dieser Federn durch den Menschen und die damit verbundene Verfolgung der Altvögel in den Brutkolonien war bis in die erste Hälfte unseres Jahrhunderts der Grund für den starken Rückgang der Art. Durch entsprechende Schutzmaßnahmen hat sich ihr Bestand aber wieder deutlich erholt. Heute erfolgt die größte Bedrohung durch Ölkatastrophen. Die ausgestellte Gruppe (Saal 30) wurde 1910 von Baron Leopold von Löwenskjöld und Graf Ernst Hoyos gespendet. Der Erpel stammt aus Norwegen, Weibchen, Jungvogel und Gelege kommen aus Ostgrönland. Diese Exponate stehen stellvertretend für  viele andere wertvollen Belege, die der Vogelsammlung in der Vergangenheit von Mäzenen  als Geschenk übergeben wurden.

Die Harpyie
Harpia harpyja (Linnaeus, 1758)
Die 1 m große und 7-9 kg schwere Harpyie (Saal 30) der neotropischen Regenwälder zählt zu den mächtigsten Greifvögeln der Welt. Aufgrund ihrer übergeordneten Rolle als Prädator mittelgroßer bis großer Säugetiere und Vögel weist sie nur eine geringe Siedlungsdichte auf. In ihrem bis zu 100 km2 großen Streifgebiet jagt sie vorwiegend Affen und Faultiere, die mitunter schwerer sind als sie selbst. Die meisten Beutetiere werden im Bereich des Kronendaches überrascht. Große Beutetiere werden zerteilt an den Horst gebracht, aus dem maximal alle 3 Jahre ein Jungvogel ausfliegt. Dieses adulte Weibchen wurde von Johann Natterer in Brasilien erlegt. Natterer forschte 18 Jahre (1817-1835) in diesem Land und lieferte mit seiner mehr als 12.000 Exemplare umfassenden Aufsammlung südamerikanischer Vogelarten einen wesentlichen Grundstock für das k.k. Hof-Naturalien-Cabinet, den Vorgänger des heutigen Naturhistorischen Museums. Darunter befinden sich viele „Typusexemplare“, d.h. Bälge oder Stopfpräparate, nach denen eine Art oder Unterart neu beschrieben wurde.

Der Zwergkiwi
Apteryx owenii (Gould, 1847)
Die flugunfähigen Kiwis (Saal 31) sind die stammesgeschichtlich älteste heute vorkommende Vogelgruppe Neuseelands. Ausgestattet mit einem feinen Gehör- und Geruchsinn, suchen diese nachtaktiven Vögel in unterholzreichen Wäldern nach Regenwürmern, Tausendfüßlern, Spinnen und anderen Wirbellosen. Ihre ausschließlich vom Männchen bebrüteten Eier sind viermal so voluminös wie die vergleichbar großer Vögel. Die Gruppe Brauner Kiwis (Apteryx australis) und Zwergkiwis stammt aus den Neuseeländischen Alpen und ist mit Mai 1887 datiert. Die Exponate dieser heute als wahrscheinlich gefährdet (near threatened) eingestuften Vogelarten wurden vom Linzer Präparator Andreas Reischek nach Österreich gebracht. Er hatte während seines 12 Jahre dauernden Aufenthaltes in Neuseeland die Inseln erforscht und besammelt. Der Erwerb dieses Materials um 1900 verhalf dem Naturhistorischen Museum Wien nicht nur zu einem weiteren Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Sammlung, sondern gleichzeitig zu einer der bedeutendsten Sammlungen neuseeländischer Vögel weltweit.

Der Argusfasan
Argusianus argus (Linnaeus, 1766)
Der im indomalaiischen Raum vorkommende Argusfasan (Saal 31) zählt mit einer Körperlänge von bis zu 2 Metern zu den größten und auffälligsten fasanartigen Vögeln. Hinsichtlich seines Gefieders und Balzverhaltens ist er eine der spezialisiertesten Arten dieser Gruppe. Die mit großen „Augenflecken“ bedeckten Armschwingen, die doppelt so lang sind wie die Handschwingen, spielen während der Balz eine übergeordnete Rolle. Aufgrund seiner arabesken Gefiederzeichnung war und ist er ein beliebtes Schauobjekt in Zoologischen Gärten. Auch der in Balzstellung präparierte Hahn stammt aus der Gefangenschaft. Er ist eines der zahlreichen Geschenke aus dem Tiergarten Schönbrunn, von wo er 1932 an das Museum gelangte. Schon in der Monarchie stellt die Menagerie Schönbrunn eine wichtige Quelle für den Erwerb von teils wissenschaftlich sehr wertvollen Objekten für die Vogelsammlung dar.

Der Schwarzspecht
Dryocopus martius  (Linnaeus, 1758)
Der eurasisch verbreitete Schwarzspecht ist mit etwa 45 cm Körpergröße der größte der zehn europäischen Spechtarten, die allesamt auch in Österreich vorkommen. Weltweit gibt es je nach systematischer Betrachtung ca. 220 bis 250 Arten, die mit Ausnahme von Australien und der Antarktis alle Kontinente bewohnen. Spechten kommt aufgrund ihrer Nahrungsökologie und ihres Höhlenbauens eine wichtige ökologische Funktion in Wäldern zu. Der Schwarzspecht gilt geradezu als „Schlüsselart“ der europäischen Wälder. Seine Bruthöhlen stellen für andere Vogelarten wie Raufusskauz und Hohltaube aber auch Fledermäuse, Kleinsäuger und Insekten eine wichtige Ressource für die Nestanlage und als Schlafplatz dar. Das ausgestellte Schwarzspecht-Männchen – das im Gegensatz zum Weibchen eine gänzlich rote Kopfplatte aufweist – wurde in den 1920er Jahren im Waldviertel/Niederösterreich von einer Privatperson gesammelt und dem Museum überlassen. Heute stehen alle heimische Spechte unter Naturschutz!

Der Halsbandliest
Todiramphus chloris palmeri  (Oberholser, 1919)
Das riesige, aufgesplitterte Verbreitungsgebiet des Halsbandliest reicht in etwa 50 Unterarten vom Roten Meer über Indien und Südostasien bis Australien und in die Südsee. Die Art zählt wie der heimische bekannte Eisvogel in die Familie der Eisvögel, die mit über 100 Arten weltweit verbreitet ist. Nicht alle Arten sind wie unser Eisvogel an Gewässer und Fischvorkommen gebunden. Manche leben fernab von Gewässern und ernähren sich von Insekten und kleinen Wirbeltieren. Der Halsbandliest vereint aufgrund der unterschiedlich bewohnten Lebensräume beide Nahrungstypen. Das ausgestellte Exemplar wurde auf Java/Indonesien von Johann Zelebor auf der einzigen Weltumsegelung der österreichischen Marine, der Novara-Expedition (1857-1859) gesammelt. Unzählige zoologische Objekte gelangten von dieser Forschungsreise in die Sammlungen des Naturhistorischen Museums, wie etwa 1300 auch an die Vogelsammlung. Johann Zelebor hat als Naturforscher, Sammler und Präparator an der Novara-Reise teilgenommen. Aufgrund seiner erworbenen zoologischen Kenntnisse wurde er später zum Kustos an der Säugetiersammlung des Naturhistorischen Hofmuseums ernannt – eine steile Karriere, da er als gelernter Zimmermann aus Eggenburg/NÖ in den 1840er Jahren am Museum als Hausdiener begann!
 
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Vögel Europas

Der thematisch erste Saal der Vogelschausammlung, Saal 29, beherbergt die Vogelwelt Europas und gibt gleichzeitig einen Überblick über die Vogelwelt Österreichs.
 
Vitrine 53 zeigt verschiedene Nesttypen heimischer Vogelarten – Beispiele von „Nesthockern“ und „Nestflüchtern“ sind vertreten.
 
An der Fensterwand ist der Seeadler (Haliaeetus albicilla) zu sehen. Er kann ein Gewicht von über 5 kg und eine Flügelspannweite bis zu 2,5m erreichen und zählt somit zu den größten Greifvögeln der Welt. Seeadler siedeln sich in der Nähe großer Gewässer an und sind von Grönland über Eurasien bis zum Pazifik verbreitet. Das ausgestellte Paar wurde von Kronprinz Rudolf im Jänner 1889, kurz vor seinem Selbstmord, in den Donau-Auen bei Wien erlegt.
 
Der Habicht (Accipiter gentilis) zählt zu den scheuesten Vogelarten heimischer Wälder, der in unseren Breiten das ganze Jahr über zu beobachten ist. Der Größenunterschied zwischen den Partnern ist beachtlich: Weibchen wiegen bis zu 1200 g, Männchen nur 750 g. Damit vermeiden sie innerartliche Konkurrenz.
 
In den Fensterwandvitrinen sind Vogeleier ausgestellt – sie zeigen einen Ausschnitt der Variabilität („ kein Ei gleicht dem anderen“) und können als Indikatoren für Umweltgifte verwendet werden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben unter anderem ergeben, dass die Schalenstärke der Eier einiger Greifvogelarten unten dem massiven Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln (zum Beispiel DDT) abgenommen haben und zerbrachen. Weshalb ganze Populationen bis zum Verbot dieser Gifte verschwanden.
 
Der Weißstorch (Ciconia ciconia) ist ein Zugvogel, der in weiten Teilen Europas, in Nordafrika und in Vorderasien brütet und in Afrika südlich der Sahara überwintert. Jedes Jahr legt er auf seinen Flügen bis zu 20.000 km zurück.
 
An der Längswand befinden sich bekannte heimische Wasservögel, darunter der Höckerschwan und die Stockente.
Höckerschwäne (Cygnus olor) wiegen zwischen 8 und 15 kg, manchmal bis zu 20 kg. Sie sind die größten Wasservögel und zählen zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt.

Die Stockente (Anas platyrhynchos) ist die bekannteste wild lebende Ente in Mitteleuropa. Männchen tragen während der Balzzeit ein auffälliges Gefieder mit grünem Kopf und weißem Halsring und Weibchen permanent eine braun gesprenkelte Tarnfärbung.
 
Vitrine 40 beherbergt den Eichelhäher (Garrulus glandarius). Er ist ein Allesfresser, seine markanten hellblau-schwarz gebänderten Flügeldecken machen ihn unverwechselbar.
 
In Vitrine 39 ist der Mauerläufer (Tichodroma muraria) ausgestellt. Er ist in den höchsten Gebirgszügen Europas und Asiens heimisch, sein bevorzugter Lebensraum sind Schluchten, Klammen und hohe Felswände.
 

 
 
Highlights:
 
Seeadler-Paar
Haliaeetus albicilla. Donau-Auen bei Wien. Stopfpräparate. 1889.
Dieses Seeadlerpaar wurde von Kronprinz Rudolf am 22. Jänner 1889 in den Donau-Auen bei Wien erlegt – nur neun Tage vor seinem Selbstmord in Mayerling.
Die größte heimische Eule, der Uhu (Bubo bubo), ist in Vitrine 37 zu sehen. Er erreicht eine Körperlänge von 60 cm und eine Flügelspannweite von über 1,5 m. Diese anpassungsfähige Art nistet in Felsnischen, auf Felsbändern, oft auch in Steinbrüchen, am Boden und selbst in großen Storch- und Greifvogelnestern.
 
Die Vitrinen 44 und 37 beherbergen alle Spechte Europas. Spechte (Picidae) sind in Wäldern und Parks anzutreffen, besitzen muskulöse Kletterfüße mit stark gekrümmten Krallen, sowie einen Schwanz, mit dem sich die Tiere beim Klettern abstützen können.
 
In Vitrine 29 und 36 sind die schwersten flugfähigen Vögel der Welt zu sehen, darunter die Großtrappen (Otis tarda). Das Männchen kann bis zu 17kg wiegen, das Weibchen ist nur halb so schwer. Auffällig sind die weißen Flügelunterseiten, die von den Hähnen während der Balz präsentiert werden. Aufgrund umfangreicher Schutzmaßnahmen besitzt Österreich mittlerweile wieder ein stabiles Vorkommen von mehr als 350 Individuen.
 
Der gefährdete Triel (Burhinus oedicnemus) lebt in offenen, trockenen und steinigen Lebensräumen. Da diese am Schwinden sindist auch sein Bestand stark rückläufig. In Österreich gibt es lediglich 15 bis 20 Brutpaare.
 
Vitrine 21 beherbergt das größte europäische Wildhuhn: ein Auerhahn (Tetrao urogallus) hat eine Körperlänge von 1 m, wiegt 4-5 kg und kann eine Flügelspannweite von 90 cm erreichen. Eine Auerhenne dagegen wird nur 60 cm lang, 2,5 kg schwer und hat eine Flügelspannweite von maximal 70 cm. Aufgrund des Verlustes geeigneter Lebensräume sind Auerhühner vielerorts sehr selten geworden oder gar verschwunden.
 
Der Kaiseradler ist in Vitrine 16 zu sehen. Das Brutgebiet des Kaiseradlers (Aquila heliaca) reicht vom östlichen Mitteleuropa bis nach Zentralasien. Er besiedelt weite Graslandschaften mit vereinzelten Baumgruppen und inselartigen Wäldern. In der europäischen Kulturlandschaft brütet er aber auch auf landwirtschaftlich genutzte Flächen. Infolge der Bestandserholung in Osteuropa kam es auch zu einer Wiederansiedelung Österreichs.
 
Vitrine 20: Mit einer Flügelspannweite von über 2,5 m zählt der Bartgeier (Gypaetus barbatus) zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Er ernährt sich ausschließlich von den Resten toter Tiere, wobei er selbst große Knochen verschlucken kann. Er lebt in den Gebirgsregionen Asiens, Afrikas und Europas. In den Alpen in denen er ausgerottet war, wurde er erfolgreich wieder angesiedelt.
 
Der Kuckuck (Cuculus canorus) ist in Europa und Asien weit verbreitet. Seinen Namen erhielt er nach dem charakteristischen Ruf des Männchens. Bekannt ist der Kuckuck vor allem aufgrund seines Brutparasitismus.
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Vögel der Welt

 
In Vitrine 8, an der Wand zur Kuppelhalle, befindet sich eine Mumie des Heiligen Ibis (Threskiornis aethiopicus). Er galt im Alten Ägypten als heiliger Vogel – er war Thot, dem Mondgott und zugleich dem Gott des Wissens und der Schrift, geweiht.

Der Waldrapp (Geronticus eremita), auch „Europäischer Ibis“ genannt, ist wie andere Ibisse ein geselliger Vogel mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Das heutige Vorkommen ist auf Marokko und wenige Standorte im Nahen Osten beschränkt.
 
Vitrine 10 zeigt den Rosaflamingo (Phoenicopterus ruber). Er ist die am weitesten verbreitete Flamingo-Art, der in Südeuropa sowie weiten Teilen Afrikas und Asiens vorkommt. Er lebt an den Ufern von Salzseen oder Meereslagunen.
 
Die Eiderente (Somateria mollissima) in Vitrine 17 ist eine große Tauchente und eine der häufigsten Meeresenten weltweit. Während die Erpel zur Fortpflanzungszeit auffällig gefärbt sind, tragen die Enten das ganze Jahr über ein braunes Schlichtkleid. Eiderenten sind in der Arktis und in den gemäßigten Klimazonen Europas verbreitet. Große Bestände kommen vor allem in Island und Norwegen vor.
 
Vitrine 68: Harpyien (Harpia harpyja) zählen zu den mächtigsten und stärksten Greifvögeln der Welt. Ihr Lebensraum sind die tropischen Regenwälder Mittel- und Südamerikas. Das ausgestellte Weibchen wurde von Johann Natterer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Brasilien erlegt.
 
An der Wand zu Saal 29 sind verschiedene Pinguinarten ausgestellt. Alle 17 Pinguinarten (Spheniscidae) leben ausschließlich auf der Südhalbkugel.  Die Flügel sind nicht zum Fliegen, sondern zu kräftigen Flossen umgestaltet. Zur Wärme-Isolation dienen eine dicke Fettschicht und ein kurzes, dichtes Federkleid, damit kein Wasser bis an die Haut gelangt.
 
Vitrinen an der Fensterwand:
Albatrosse (Diomedeidae) befinden sich in den Vitrinen an der Fensterwand. Zur 14 Arten umfassenden Familie der Albatrosse gehört der Wanderalbatros (Diomedea exulans) mit einer Flügelspannweite von über 3,5 Metern. Er ist damit die Vogelart mit der größten Spannweite weltweit. Albatrosse sind hauptsächlich in den kalten Zonen der Südhalbkugel verbreitet, nur eine einzige Art, der Galapagos-Albatros, lebt am Äquator.
 
Rosa- und Krauskopfpelikane (Pelecanus onocrolatus, P. crispus) sind als Brutvögel zwischen Osteuropa und der Mongolei verbreitet, wo sie auf große Seen mit ungestörten Uferbereichen und Inseln beschränkt sind. Ihre Überwinterungsgebiete liegen südlich der Brutgebiete in Afrika und Asien. 
 
Moas (Dinornithidae) waren große flugunfähige Laufvögel, die mit 11 unterschiedlich großen Arten  über beide Hauptinseln Neuseelands verbreitet waren. Bis zur 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts waren die Moas ausgerottet.
 
Mit einer Flügelspannweite von über 3m ist der Andenkondor (Vultur gryphus) einer der größten flugfähigen Vögel der Erde. Er ist in Südamerika entlang der Andenkette von Venezuela bis nach Patagonien verbreitet.
 
Der Ohrengeier (Aegypius tracheliotus) verdankt seinen Namen den Hautfalten am Kopf, die an Ohren erinnern. Er bewohnt weite Teile Afrikas und Teile der Arabischen Halbinsel. Sein Lebensraum sind Savannen, aber auch Wüsten und Halbwüsten.
 
Auch die größten Falkenarten, der Wanderfalke (Falco peregrinus) und der Gerfalke (Falco rusticolus) werden präsentiert. Falken besitzen auffällig große Augen, auf deren Netzhaut sich etwa siebenmal mehr Sehzellen befinden als beim Menschen. Dadurch sind sie zu außergewöhnlichen Sehleistungen befähigt.
 
 
Highlights
 
Galapagos-Kormoran
Phalacrocorax harrisi. Auch Stummelkormoran, Galapagosscharbe. 
Herkunft: unbekannt. Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die einzige flugunfähige Kormoranart ist sowohl in freier Wildbahn als auch in musealen Sammlungen extrem selten. Wann und wie dieses Exemplar ans NHM kam, ist nicht dokumentiert.
 
Schuhschnabel
Balaeniceps rex. Mündung des Bahr el Ghazal, Sudan. 1913.
Der seltene afrikanische Vogel mit dem ungewöhnlichen Schnabel wird in manchen Zoos, aber nur in wenigen Museen gezeigt. Das Exponat im NHM ist besonders naturgetreu präpariert.
 
Moas
Dinornithidae. Neuseeland. 1857–1859.
Diese Skelette zweier ausgestorbener Moa-Arten wurden von Ferdinand von Hochstetter während der Novara-Expedition in einer Höhle auf Neuseeland entdeckt und 1859 nach Wien gebracht.
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Vögel der Welt

 
Kiwis (Apterygidae) sind die kleinsten aller flugunfähigen Laufvögel und ausschließlich in den Wäldern Neuseelands heimisch. Benannt wurden sie nach ihren ki-wi-Rufen. Fünf Kiwi-Arten sind bekannt, alle sind nachtaktiv. Kiwis leben paarweise – und ausschließlich monogam. Sie legen im Vergleich zur Größe der Weibchen die größen Eier aller Vogelarten!
 
In den Vitrinen an der Fensterwand befinden sich u.a. Schneehühner (Lagopus spp.). Sie bewohnen neben den gebirgigen Regionen Mitteleuropas die Kältesteppen Eurasiens und Nordamerikas.
 
Der Hoatzin (Opisthocomus hoazin) lebt entlang von Fluss- und Seeufern in den tropischen Regenwäldern Südamerikas, er baut sein Nest über dem Wasser. Nach neuesten Erkenntnissen scheint er mit den Kuckucken am nächsten verwandt zu sein.
 
Das Verbreitungsgebiet der Dronte (Raphus cucullatus), auch Dodo genannt, befand sich auf der im Indischen Ozean liegenden Insel Mauritius. Seit dem Ende des 17. Jahrhundert gilt diese Vogelart als ausgerottet. Das im NHM präsentierte Skelett ist eines der wenigen in Museen vorhandenen Überreste, die an diese Art erinnern. Die ebenfalls ausgestellte Rekonstruktion entstand 2011.
 
Der Eulenpapagei oder Kakapo (Strigops habroptilus) lebt ausschließlich in Neuseeland. Er ist der einzige heute lebende flugunfähige und zugleich der schwerste Papagei der Welt. Ausgestellt ist er an der Wand zu Saal 32.

Vitrinen 32, 38, 39  und 41:
Himalaya-Glanzfasane (Lophophorus impejanus) leben in Rhododendron- und anderen Gebirgswäldern des Himalaya und in Szechuan, Südchina. Die Männchen fallen durch ihr bunt schillerndes, farbenprächtiges Gefieder auf. Weibchen und Jungvögel sind in unscheinbaren Brauntönen gefärbt.


Die beiden Pfauarten waren ursprünglich in den Waldgebieten Südasiens weit verbreitet. Der aus Indien stammende Blaue Pfau (Pavo cristatus) ist noch immer in guten Beständen vorhanden. Die Männchen besitzen ein prachtvolles Gefieder, die Schleppe besteht aus bis zu 150 Federn der Oberschwanzdecken,  die bis zu 1,5 Meter lang sind. Während der Balz werden diese zu einem fächerförmigen Rad aufgestellt. Der Ährenträgerpfau hingegen (Pavo muticus) lebt nur noch in isolierten Reliktarealen Indochinas.
 
Der Argusfasan (Argusianus argus) ist in den Tieflandregenwäldern Südostasiens verbreitet. Mit einer Länge von bis zu 1,5 Metern zählt er zu den größten fasanartigen Vögeln. Die Armschwingen der Hähne weisen eine auffällige Zeichnung mit großen, strahlig angeordneten Augenflecken auf, die durch Schattierung und Glanzlichtimitate zusätzlich betont sind. Der ausgestellte Hahn kam 1932 als Geschenk aus dem Tiergarten Schönbrunn ans Museum, das Weibchen ist ein Wildvogel.
 
Die Vitrine 52-59 zeigen den großen Artenreichtum der Papageien (Psittaciformes). Sie leben auf allen Kontinenten außer in Europa und der Antarktis und sind vor allem in den Tropen und Subtropen weit verbreitet.
Kuba-Amazonen (Amazona Ieucocephala) kommen ausschließlich auf Kuba und einigen kleinen Nachbarinseln vor. Sie war eine der ersten Papageienarten, die im 15. Jahrhundert aus der Neuen Welt nach Europa gelangte. Mittlerweile gilt sie als stark bedroht.

 
Highlights
 
Hoatzin
Opisthocomus hoazin. Auch Schopfhuhn, Zigeunerhuhn, Stinkvogel. Rio Parnaíba, Piauí, Brasilien. 1903.
Das Diorama illustriert ein typisches Verhalten der Schopfhühner: Junge Hoatzins nutzen ihre Flügelkrallen, um nach der Flucht ins Wasser wieder in ihr Nest zurückzuklettern.
 
Argusfasan
Argusianus argus. Auch Arguspfau. Tiergarten Schönbrunn. 1932.
Sein prachtvolles Gefieder macht den Argusfasan zum beliebten, aber anspruchsvollen Ziervogel. Dieser Hahn aus dem Tiergarten Schönbrunn wurde besonders effektvoll präpariert.
 
Dronte oder Dodo
Raphus cucullatus. Mauritius. Skelettankauf. 1905.
Das NHM besitzt nicht nur das vollständigste Skelett, das von einer Dronte weltweit erhalten ist, sondern seit 2011 auch die modernste Rekonstruktion dieser ausgestorbenen Vogelart.
 
Kakapogruppe
Strigops habroptilus. Auch Eulenpapagei, Erdpapagei. Neuseeland. Stopfpräparate. 1884.
Das NHM ist eines der wenigen Museen auf der Welt, das nicht nur eine ganze Gruppe der sehr seltenen Kakapos besitzt, sondern diese auch in einem historischen Diorama zeigt.
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Vögel der Welt

 
Zu den  kleinsten und leichtesten Vogelarten der Welt zählen die Kolibris (Trochilidae). Die winzige Prachtelfe etwa misst von der Schnabel- bis zur Schwanzspitze nur  5cm und wiegt nicht mehr als 1,6 Gramm. Kolibris leben ausschließlich in Amerika – ein Großteil der 330 Arten ist in den Tropen beheimatet. Die Artenvielfalt dieser Gruppe lässt sich anhand der Präparate an der Wand zu Saal 31 erahnen.
 
Der Große Kragenlaubenvogel (Chlamydera nuchalis) besiedelt verschiedenste Waldtypen Australiens. Die Männchen bauen auffällige Lauben aus einigen Tausend Zweigen, in denen sie balzen. Zum Ausschmücken dieser Lauben verwenden sie Schneckenschalen, Knochen, Glasstückchen, Steine usw. Zu sehen ist diese interessante Art samt einer Laube in einer Sondervitrine an der Fensterwand.
 
Die Vitrine 22-24 zeigt Vögel der Alpen. Zu sehen sind Bewohner des Bergwaldes (Birkhuhn, Tannenhäher, Dreizehenspecht, Fichtenkreuzschnabel), der Felswände (Mauerläufer) sowie von hochalpinen Bereichen über der Waldgrenze (Steinadler, Alpenschneehuhn, Alpendohle).
 
Nashornvögel (Bucerotidae) sind in den Tropenwäldern der Großen Sunda Inseln Borneo, Sumatra und Java sowie der Malayischen Halbinseln, Südostasien, verbreitet . Benannt sind sie nach ihrem großen, aufwärts gebogenen Schnabel-Aufsatz. Nashornvögel sind Höhlenbrüter. Der Höhleneingang wird dabei von Weibchen unter Mithilfe des Männchens mit Lehm, Exkrementen und Nahrungsresten weitgehend verschlossen. Die Öffnung erlaubt nur Fütterungen und das Abgeben von Kot. Wenn die Jungen groß genug sind, wird die Höhle wieder geöffnet.
 
Die Madagaskar-Riesenstrauße (Aepyornithidae) sind eine ausgestorbene Familie von Laufvögeln, die mit 2 Gattungen und 7 Arten auf der Insel Madagaskar beheimatet war. Ihr größter Vertreter war der Elefantenvogel (Aepyornis maximus). Er konnte 3,5 Meter hoch und 500 Kilogramm schwer werden.
 

 
Vitrine 21 und 56-57:
 
Der Quetzal (Pharomachrus mocinno) kommt ausschließlich in den Nebelwäldern Mittelamerikas vor. Seine langen, grün schillernden „Schwanzfedern“ waren bereits in historischer Zeit bei den Indios als Schmuck begehrt. Bei den Azteken wurde er als Gottheit verehrt.
 
Die 43 bislang der Wissenschaft bekannten Paradiesvogelarten (Paradisaeidae) leben in den Regenwäldern Neuguineas, Nordostaustraliens und den Molukken. Die meisten Arten weisen einen auffallenden Geschlechtsdimorphismus auf, wobei die Männchen ein extrem buntes Gefieder besitzen, das sie für ihre aufwändigen Balzrituale verwenden. Die Weibchen sind dunkel und unscheinbar gefärbt.
 
An der Wand zu Saal 31 befindet sich die Schnee-Eule (Bubo scandiacus), die mit den Uhus verwandt ist. Ihr weißes Gefieder stellt eine besondere Anpassung an die Arktis dar.
 
Mit dem Kaiserspecht (Campephilus imperialis), Vitrine 14, verschwand der größte Specht unseres Planeten. Er war in den ehemals ausgedehnten Koniferenwäldern im Hochland von Mexiko beheimatet. Seit 1993 gilt er trotz aufwändiger Suchaktionen als verschollen. Das ausgestellte Männchen kam bereits 1885 ans Museum.
 
In Vitrine 39 ist der Kahlkopfwürger (Pityriasis gymnocephala) hervorzuheben. Er ist kein Würger, sondern vermutlich mit den Krähenvögeln verwandt und kommt ausschließlich in den Tieflandregenwäldern Borneos vor. 
 
Highlights
 
Weißwangenkauz
Sceloglaux albifacies. Auch Lachkauz, Felseneule, Whakau, Weißgesichtkauz. Neuseeland.
Dieses Stopfpräparat eines Weißwangenkauzes, einer ausgestorbenen, nur aus Neuseeland bekannten Eulenart, ist eine echte Rarität. Wie und wann es ans NHM kam, ist leider nicht bekannt.
 
Rhinozerosvogel
Buceros rhinoceros. Java, Indonesien. Um 1833.
Bei der Restaurierung dieses historischen Dioramas im Jahr 2010 wurde auf Detailgenauigkeit Wert gelegt – selbst das Beutetier, ein kleiner Flugdrache, ist ein Original.
  
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