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Wie alles begann. Von Galaxien, Quarks und Kollisionen

19. Oktober 2016 - 01. Mai 2017


Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem NHM Wien und dem Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

"Wie alles begann" lädt ein zu einer Spurensuche, die über 13 Milliarden Jahre zurück in die Vergangenheit, zum Ursprung des Universums, führt. Fragen werden thematisiert, die die Menschen seit Jahrhunderten beschäftigt haben und uns an die Grenzen nicht nur unseres Wissens, sondern auch unseres Vorstellungsvermögens bringen. Fragen wie: Woraus besteht unser Universum? Hat das Universum einen Anfang und ein Ende? Wie viele Dimensionen hat das Universum? Wohin dehnt sich das Universum aus? Zugleich werden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Teilchenphysik und der Kosmologie auf nachvollziehbare Weise veranschaulicht – Erkenntnisse, die dazu beitragen, zumindest einen Teil dieser Fragen zu beantworten bzw. eine Annäherung an mögliche Antworten zu versuchen. Die Werke von Künstlerinnen und Künstlern mit den unterschiedlichsten Zugängen zu dieser komplexen Thematik sorgen zusätzlich für alternative visuelle, optische und akustische Blickwinkel.
 
Ausgangspunkt ist das sichtbare Universum. Mit eindrucksvollen Bildern wird unser Sonnensystem vorgestellt und der Lebenszyklus der Sterne dokumentiert. Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops entführen in die Welt der Galaxien, und Meteoriten bilden den Anknüpfungspunkt für die Frage Wie kam Leben auf die Erde?
 
Der zweite Abschnitt der Ausstellung konzentriert sich auf die ersten 380.000 Jahre nach dem Urknall, die Gegenstand intensiver Forschungen sind. Elementarteilchen wie Quarks und Gluonen, die damals entstanden sind, werden vorgestellt, und Higgs-Teilchen, Supersymmetrie und die Dominanz der "dunklen Materie" erläutert. Unsichtbares, unvorstellbar Winziges wird begreiflicher, indem man selbst neue Quarks entstehen lassen und mit Protonen Fußball spielen kann. Unbeantwortet im Zentrum steht jedoch die entscheidende Frage nach dem Urknall selbst. Was damals genau passiert ist, entzieht sich bisher allen Erklärungsversuchen.
 
Der dritte Teil ist der Erforschung des frühen Universums am CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) gewidmet. Die Besucherinnen und Besucher werden an die Front der aktuellsten Forschung mitgenommen. Sie erfahren, wie ein Teilchendetektor funktioniert und wozu ein Teilchenbeschleuniger gebraucht wird. Einblicke in den größten Teilchenbeschleuniger der Welt am CERN veranschaulichen, wie die Forscherinnen und Forscher auf der Suche nach den Bausteinen unseres Universums zu ihren Erkenntnissen gelangen. Genauso wenig wie den Anfang kennen wir das Ende des Universums. Daher können Besucherinnen und Besucher am Ende der Ausstellung in einer begehbaren Installation das Ende des Universums selbst bestimmen, indem sie zwischen Big Crunch, Big Rip oder Big Freeze wählen.
 
Die Video-, Licht- und Soundinstallationen von österreichischen Künstlerinnen und Künstlern machen die Unendlichkeit des Weltalls und die gigantischen Zeithorizonte auf völlig konträre, sinnliche Weise erfahrbar. Daneben sind auch künstlerische Arbeiten von einem am CERN tätigen Wissenschafter sowie einem Künstler, der einige Zeit am CERN verbrachte, zu sehen. Diese Kunstwerke sind vom CMS-Experiment (Compact-Muon-Solenoid-Experiment, Teilchendetektor am LHC) inspiriert und schaffen eine direkte Verbindung zwischen Wissenschaft und Kunst.

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung:

- Barbara Imhof/ Damjan Minovski/ Eva Schlegel: "Nebel im Kosmos". Für die Ausstellung entwickelten Künstlerin Eva Schlegel, Architekt Damjan Minovski und Weltraumarchitektin und -forscherin Barbara Imhof eine begehbare Rauminstallation, die das sonst Unsichtbare visuell erfahrbar macht.
- Manfred Wakolbinger: "Galaxies". Das Meer von Sulawesi - Manfred Wakolbinger sieht auf seinem nächtlichen Tauchgang zunächst nichts als Plankton und undurchdringliche Dunkelheit. Doch plötzlich erschein ein leuchtendes Gebilde, wie eine Galaxie. Aus Fotografien dieser Begegnungen enstanden die Filme Galaxies 1-4.
- Brigitte Kowanz: "Der Nullpunkt von Raum und Zeit". Brigitte Kowanz thematisiert den Urknall als komplexe Ausdehnung von Raum und Zeit. Spiegel und Zweiwegspiegel sowie Neon-, Argon- und Xenon-Röhren bilden in ihrem Wechselspiel eine sich öffnende virtuelle Unendlichkeit.
- Hofstetter Kurt: Hofstetter Kurts lentikulares Objekt "Susys Fingerprint" visualisiert die Theoroie der Supersymmetrie mit der Methode der induktiven Rotation. Durch die wiederholte Anwendung der Regel auf die quadratische Ausgangsfigur von vier Elementarteilchen werden Musterebenen generiert. Seine Klanginstallation Myon D koppelt jedes Aufspüren von Myonen in der Funkenkammer mit dem Zirpen einer Grille.
- Michael Hoch: "The GodParticleHuntingMachine". Michael Hoch, österreichischer Physiker am CERN und Künstler, stellt das CMS-Experiment in den Mittelpunkt der Fotocollage und zeigt neben der Technologie auch die Ästhetik des Objekts.
- Chris Henschke: "Nature of the Apparatus". Ein Video des Large Hadron Colliders (LHC) wird algorithmisch manipuliert, so dass die Klänge des Beschleunigerstrahls und des Detektors den Ablauf des Films steuern.


RAHMENPROGRAMM:




Programm für Schulgruppen
Infoseite des HEPHY zum Thema Teilchenphysik




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