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Die Bergwerksanlagen der Hallstattzeit

In der Hallstattzeit wurden horizontale Abbauhallen angelegt, die den Kernsalzzügen folgten. Die Hallen erreichten enorme Dimensionen.
 

Die Abbauhallen

Im Gegensatz zur Bronzezeit ging man nun auf der Suche nach den reichen Kernsalzzügen nicht mehr vertikal in die Tiefe, sondern legte horizontale Abbauhallen an, die dem Kernstreichen des Salzes, d.h. dem Verlauf der Salzadern, folgten. Wie nach dem Lehrbuch organisiert wirkt der hallstattzeitliche Bergbau. Die Erschließung der Lagerstätte, das heißt das Zugänglichmachen und die Errichtung der Infrastruktur, erfolgte, wie es scheint, in wenigen Jahrzehnten. Parallel dazu begann der Abbau. Die Abbaue erreichten enorme Dimensionen. Die am besten erforschte Abbauhalle zwischen den Fundstellen von Kilbwerk, Kernverwässerungswerk und Stügerwerk ist mindestens 170 m lang, 5 - 27 m breit und bis zu 20 m hoch. Das Volumen einer dieser Hallen entspricht also etwa 15 sechsstöckigen, in einer Reihe stehenden Häusern. Um diese hohen Abbauhallen auszuhauen, gingen die Bergleute wahrscheinlich in einem stufigen Abbau nach oben. Funde von Bühnen, die eine andere Form des Abbaus ermöglichen würden, fehlen bislang weitgehend. Ob diese Abbaustufen in Längs- oder Querrichtung des Baues angeordnet waren, bleibt unklar.
Der einzige vollständig ergrabene Querschnitt durch einen „Ostgruppenbau“ zeigt neun übereinanderliegende Stollen. Die Stollen von 2 m Höhe waren notwendig, um Sohle und Firste zu erreichen. Der Querschnitt weist eine Höhe von 20 m und eine Breite von bis zu 15 m auf.

(Reschreiter, H. – Kowarik, K. – Löw, C.)