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Spurensuche im Hallstätter See

Im Frühjahr 2014 hat das Naturhistorische Museum Wien gemeinsam mit der Universität Bern Untersuchungen der Seeschlammschichten des Hallstätter Sees durchgeführt. Große Unterstützung erhielten sie dabei von der Freiwilligen Feuerwehr und der Gemeinde Hallstatt, sowie von den Österreichischen Bundesforsten. Durch die Untersuchungen lassen sich Erkenntnisse über Umweltveränderungen und Umweltereignisse gewinnen, die Spuren im Seeschlamm hinterlassen haben. Zu solchen Ereignissen zählen beispielsweise Bergstürze, Murenabgänge und Hochwässer aber auch Erdbeben, die durch die Messungen sichtbar gemacht werden können. Im Rahmen weiterer Untersuchungen kann darüber hinaus ermittelt werden, wann diese Naturereignisse stattgefunden haben.

Die Daten aus dem Hallstätter See wurden mit Hilfe einer reflexionsseismischen Messung gewonnen. Dazu wurden von einem Boot aus Schallwellen zum Seegrund gesendet, die vom Seeboden reflektiert und beim Schiff wieder aufgezeichnet wurden. Die reflektierten Schallwellen lieferten so neben den Informationen über Dicke und Ausdehnung der Schlammschichten, auch Erkenntnisse über die Gleichmäßigkeit der Ablagerung und über die Beschaffenheit des felsigen Untergrunds unter dem Schlamm. Um den Boden flächig vermessen zu können, wurde der See in einem engen Netz abgefahren.

Die Ergebnisse werden nun im Rahmen einer Abschlussarbeit an der Universität Bern ausgewertet. Prof. Dr. Flavio Anselmetti, der die Arbeit betreut, bestätigte bereits, dass die Daten aus dem Hallstätter See sehr gut interpretierbar seien.

(Kowarik, K. - Löw, C.)
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Universität Bern

Schwerpunkte der Forschungsaktivitäten der Abteilung Quartäre Geologie und Paläoklimatologie des Institutes für Geologie der Universität Bern liegen im Bereich der Rekonstruktion zahlreicher Umwelt- und Klimaveränderungen in der Vergangenheit, vor allem während der Quartären Epoche (die letzten 2.6 Millionen Jahre).
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