Die Körperbestattungen im Hallstätter Gräberfeld

Körperbestattungen sind während der gesamten Laufzeit der Totenstätte üblich. Die Leichname werden normalerweise in West-Ost-Richtung begraben, d. h. der Kopf liegt in der westlichen Seite des Grabes, der Blick ist nach Osten gerichtet. Wahrscheinlich besteht hier ein Zusammenhang mit religiösen und kultischen Vorstellungen. Die Toten ruhen in gestreckter Rückenlage, die Arme sind seitlich an den Körper gelegt.

Neben der West-Ost-Bestattung können die Verstorbenen auch in abweichenden Himmelsrichtungen, wie Süd- Nord oder auch Nord-Süd, beigesetzt sein. Weitere Varianten bestehen in einer veränderten Lage der Extremitäten im Vergleich zur gestreckten Rückenlage. Arme und Beine sind dabei in verschiedenen Positionen angewinkelt, manchmal ergeben sich daraus eigenartige Körperhaltungen. Hier gilt zu bedenken, dass sich derartige Lagen auch erst später, lange nach der Grabniederlegung, ergeben haben können, sei es durch Störungen z.B. durch Tiere oder spätere Bodenereignisse (schließlich gilt das auf weichen Salzschichten lagernde Hochtal als geologisch recht instabil). Die Beigaben liegen direkt am Körper oder sind daneben beigelegt, oft im Kopf- und Hüftbereich.

: Ansichten verschiedener Körpergräber des Hallstätter Gräberfeldes aus der Dokumentation von J. G. Ramsauer (Bild: Fundaktenarchiv des NHM)
Ansichten verschiedener Körpergräber des Hallstätter Gräberfeldes aus der Dokumentation von J. G. Ramsauer (Bild: Fundaktenarchiv des NHM)
: Grab N45 – Körperbestattung einer ca. 60 Jahre alten Frau: Ihre Bestattungslage weicht um 90°Grad von der üblichen W-OOrientierung ab; der Kopf liegt im Süden mit Blick nach Norden. (Foto: PA NHM)
Grab N45 – Körperbestattung einer ca. 60 Jahre alten Frau: Ihre Bestattungslage weicht um 90°Grad von der üblichen W-OOrientierung ab; der Kopf liegt im Süden mit Blick nach Norden. (Foto: PA NHM)
  
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