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Eisenmeteorit Hraschina

Hraschina bei Zagreb ist einer der ersten wissenschaftlich untersuchten Meteoritenfälle und lieferte den Grundstein für die Wiener Meteoritensammlung - die älteste der Welt.

 

Am 26. Mai 1751 wurde in Hraschina bei Zagreb der Fall eines Eisenmeteoriten beobachtet. Eine Untersuchungskommission befragte zahlreiche Augenzeugen und fertigte ein detailliertes Protokoll an. Die Berichte über das Himmelsereignis sind sehr eindeutig: „Hier wurde ein kleines Wölkchen gesehen, das einiges Gekrach hervorbrachte und sich sodann auflöste. Zwei Kugeln sind in die Erde gefallen, welche der Ortspfarrer ausgraben ließ. Eine der Kugeln wurde dem Kaiser Franz I. nach Wien gebracht, die andere wurde in mehrere Stücke zerteilt und sogar Nägel damit gemacht.“


Trotzdem weigerten sich die meisten Gelehrten, an Steine zu glauben, die „vom Himmel fielen“. Das 39 Kilogramm schwere Eisenstück kam dennoch 1751 in die kaiserliche Schatzkammer und wurde 1778 in das k. k. Naturalienkabinett überführt. Dort bildete es nicht nur den Grundstein zur ältesten Meteoritensammlung der Welt, sondern gab auch den Anstoß zum Sammeln weiterer „Himmelssteine“ - Jahrzehnte, bevor die Wissenschaft die Existenz von Meteoriten offiziell anerkannte.
Sogar bei der Innenausstattung des neuen Museumsgebäudes am Ring wurde der Gründungsmeteorit verewigt. Eine der Wandfiguren (Karyatiden) im Saal IV hält das berühmte Objekt in den Händen.


1808 machte Alois von Widmanstätten bei Ätzversuchen mit Salpetersäure am Eisenmeteoriten von Hraschina eine der wichtigsten Entdeckungen der Meteoritenkunde: Er beobachtete gitterartige Muster - die nach ihm benannten „Widmanstättenschen Figuren“ (sichtbar in der Objektnummer). Anhand dieser Muster können Experten die Echtheit von bestimmten Eisenmeteoriten feststellen und erklären, wie groß und wie heiß der Asteroid war, aus dem der Meteorit stammt.

Eisenmeteorit Hraschina

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