pressemitteilungen 2012

"Dem Reiche der Natur und seiner Erforschung" - das Testament für einen guten Zweck

Das Naturhistorische Museum Wien ist eine wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts des Bundes und als solche eine gemeinnützige Organisation, die darauf abzielt, das Gemeinwohl zu fördern, indem sie sich in vielfältiger Art und Weise für Bildung, Wissenschaft und das kulturelle Erbe engagiert.

 

In den Forschungsabteilungen des NHM betreiben rund 60 Wissenschafterinnen und Wissenschafter aktuelle Grundlagenforschung in den verschiedensten Gebieten der Erd-, Bio- und Humanwissenschaften. Damit ist das Museum ein wichtiges Kompetenzzentrum für öffentlichen Fragen und eine der größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Österreich.

 

Ausgehend von den Fürstenhäusern der Renaissance und des Barock, die in ihren Kunst- und Wunderkammern versuchten, durch rege Sammeltätigkeit ein Abbild der Welt und der Natur zu schaffen, über  die aus dem Geist der Aufklärung entstandene Naturaliensammlung des Wiener Hofes entwickelte sich das Naturhistorische Museum Wien bis heute zu einer der wichtigsten naturwissenschaftlichen Einrichtungen weltweit.

Die frühesten Sammlungen des Hauses sind über 250 Jahre alt und wurden von Mäzenen gestiftet. Kaiser Franz Stephan (1708-1765), der Ehemann von Maria Theresia, widmete sich mit besonderer Hingabe den Naturwissenschaften und erwarb von Johann Ritter von Baillou die damals größte Naturaliensammlung der Welt, um sie in der Wiener Hofburg als kaiserliches Naturalienkabinett aufzustellen. Nach dem Tod von Franz Stephan im Jahr 1765 beschloss Maria Theresia, diese Naturaliensammlung dem Staat zu schenken. Die Objekte wurden in einem neu erbauten Trakt der Hofburg aufgestellt und zwei Mal pro Woche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Kaiser Franz Josef I. (1830-1916) ließ das Naturhistorische und das Kunsthistorische Museum an der Wiener Ringstraße erbauen, mit der Absicht, das Gemeinwohl und die Wissenschaft weiter zu fördern, was auch die kaiserliche Widmung unter der Kuppel des NHM in goldenen Buchstaben vermittelt „Dem Reiche der Natur und seiner Erforschung“.

 

Aber nicht nur das Kaiserhaus machte der Allgemeinheit Geschenke, großzügige Zuwendungen an das NHM kamen auch unter anderen von der Wiener Großindustriellen-Familie Heinrich und Richard Drasche von Wartinberg sowie von dem Zoologen und Intendanten des k. k. Naturhistorischen Hofmuseums Franz Steindachner, der mit seinem Privatvermögen nahezu alle Abteilungen des Museums mit bedeutenden Sammlungsstücken bereicherte. Es waren unzählige Persönlichkeiten, die die Sammlungen sowohl finanziell als auch mit wertvollen Objekten unterstützten bis jüngst das Ehepaar Friederike und Oskar Ermann, die größten Gönner des NHM in letzter Zeit, die bereits zu Lebzeiten diverse Forschungsprojekte finanziell unterstützten und dem Haus darüber hinaus ein lukratives Erbe zur Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung und für Projekte in den Geowissenschaften überließen.

 

Im Vergleich zu Spenden an Tierschutz- oder Sozialeinrichtungen sind private Zuwendungen für die wissenschaftliche Grundlagenforschung leider marginal, obwohl die Auswirkungen für die Gesellschaft weitreichend (aber nicht immer sofort erkennbar) sind. Aus diesem Grund beteiligt sich das Naturhistorische Museum Wien an der Aktion „vergissmeinnicht.at“ des Fundraising-Verbands Austria, der darauf aufmerksam macht, wie man per Testament gemeinnützige Organisationen unterstützen kann.

 

Am Donnerstag, dem 20. September 2012, um 19 Uhr wird im Vortragsaal des NHM eine Informationsveranstaltung angeboten, die über diese nachhaltigste Form der Unterstützung aufklären soll. Eingeladen sind Menschen, die über ihr Leben hinaus Gutes tun möchten, die Zukunft ein Stück mitgestalten und Bleibendes für nächste Generationen schaffen möchten.

 

Nach einer Kurzvorstellung von „vergissmeinnicht.at“ durch den Fundraising Verband Austria sowie Kurzpräsentationen der teilnehmenden Organisationen (BirdLife, CARE, FWF, Jugend Eine Welt, Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, Naturhistorisches Museum Wien und Vier Pfoten) steht der Notar Dr. Christoph Beer für Fragen zum Verfassen eines guten Testaments zur Verfügung.

 

Im Anschluss lädt das NHM zu Spezialführungen mit Dr. Vera M. F. Hammer, Dr.  Verena Stagl und Mag. Silke Schweiger zum Thema „Schenken / Spenden / Vermachen ? von Franz Stephan bis Ermann“ ein.

Der Eintritt sowie die Führungen sind frei, eine Anmeldung ist unter
vergissmeinnicht@nhm-wien.ac.at oder Tel.: + 43 (1) 521 77-209 erforderlich.