pressemitteilungen 2011

the dinos are back

Das erste Großprojekt der neuen Generaldirektion ist vollendet: Ab morgen ist der neugestaltete Sauriersaal für alle Besucher des Naturhistorischen Museums wieder zugänglich. Ein lebensgroßes, bewegliches Modell eines Allosaurus, das den Mittelpunkt des Raumes bildet, ist nur eines der vielen neuen Highlights. Modernste Videoanimationen und interaktive Stationen vermitteln das Leben vor mehr als 65 Millionen Jahren so eindrucksvoll wie noch nie.

Die größten Lebewesen der Urzeit sind eine Faszination für Jung und Alt ? nicht umsonst gehört der Sauriersaal zu den beliebtesten Ausstellungsräumen des Naturhistorischen Museums. Nun, nach nur achtmonatiger Umbauphase, öffnet der nach modernsten Erkenntnissen gestaltete Saal wieder seine Türen. Die Neugestaltung des Sauriersaals war eines der zentralen Projekte der neuen Generaldirektion. Für Univ. Prof. Dr. Christian Köberl ist der 5. Oktober daher ein ganz besonderer Tag: „Die Wiedereröffnung des Sauriersaals ist ein Highlight in meiner bisherigen Tätigkeit als Generaldirektor dieses Hauses. Die letzte Umgestaltung fand 1984 statt und liegt somit mehr als 25 Jahre zurück. Seither hat die Wissenschaft viele neue Erkenntnisse gewonnen, die bei der Neugestaltung des Saals berücksichtigt wurden.“ Neben riesigen Skeletten von Diplodocus, Allosaurus und Iguanodon, wird auch jener Asteroideneinschlag visualisiert, der letztlich zum abrupten Ende der Dinosaurier führte. „Der Impakt des Asteroiden löste eine gewaltige Naturkatastrophe aus, die noch heute in vielen Ablagerungen weltweit durch eine dünne schwarze Steinschicht mit hohem Iridiumgehalt nachweisbar ist. Die Auswirkungen auf die Umwelt führten schließlich zum Aussterben der Saurier vor 65 Millionen Jahren und ermöglichten die Weiterentwicklung der Säugetiere bis hin zum Menschen“, erklärt Köberl, der auch als Impaktforscher an der Universität Wien tätig ist.

 

Mehr als nur „wilde Kerle“Mehr als 1.000 verschiedene Saurierarten sind heute bekannt. Die Größten unter ihnen wogen bis zu 100 Tonnen und wurden mehr als 30 Meter lang. Nicht zuletzt ihre beeindruckende Größe und damit verbundene Kraft führten über viele Jahrzehnte zur Darstellung der Saurier als wilde Räuber im Kampf mit ihren Beutetieren. Neueste wissenschaftliche Ergebnisse belegen jedoch eine wesentlich größere Vielfalt an Verhaltensweisen von Dinosauriern. „In der neuen Ausstellung haben wir versucht, die wichtigsten evolutionären Errungenschaften der Dinosaurier und verwandter Reptilien nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu vermitteln. Federn sind zum Beispiel ein Hauptthema im neuen Sauriersaal“, erklärt Doz. Dr. Mathias Harzhauser, Direktor der Geologisch-Paläontologischen Abteilung des NHM, und ergänzt: „In den letzten Jahren zeigte sich, dass viele verschiedene Saurier Federn besaßen. Aus einem Zweig der Dinosaurier entwickelten sich im Jura dann die Vögel. Somit wäre der Kolibri der kleinste Dinosaurier.“

 

Magensteine & Saurierkot „Unser Ziel beim Entwurf eines neuen Sauriersaalkonzeptes war es, Wissenschaft zum Staunen und Anfassen ins NHM zu bringen. Mit dem beweglichen Modell eines Allosaurus, einem lebensgroßen Modell eines Flugsauriers mit 7 Metern Flügelspannweite, dem weltweit einzig bekannten vollständigen Skelett der Riesenschildkröte Archelon sowie interaktiven Stationen ist uns das - meiner Meinung nach - mehr als nur gelungen“, freut sich Köberl.


Und tatsächlich: Ganz und gar nicht alltäglich sind der echte Dinosaurierknochen sowie verkieselter Saurierkot zum Anfassen. Gleich daneben können die Besucher die Magensteine eines Dinosauriers ganz aus der Nähe betrachten und auch streicheln kann man die Riesen der Urzeit: Möglich macht das die hochwertige Replik einer fossilen Haut eines Entenschnabeldinosauriers, der vor über 70 Millionen Jahren gelebt hat.

 

Einen ersten Blick in den neugestalteten Sauriersaal durften vergangenen Freitag bereits Bundesministerin Dr. Claudia Schmied und eine Schulklasse der AHS Rahlgasse werfen. Beeindruckend waren dabei aber nicht nur die Ausstellungsobjekte - auch das architektonische Konzept des Saals, das in Zusammenarbeit mit dem renommierten Architekten Rudolf Lamprecht entwickelt wurde, passt ins modernere Auftreten des Museums: Eine neue Vitrinenlandschaft sowie eine geringere Objektzahl mit besseren Erklärungen und neuen Medien lockern die Ausstellung auf und erlauben das vollkommene Eintauchen in eine Zeit lange bevor es den Menschen gab.

Hands on Zone

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Saal Übersicht 1

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Saal Übersicht 2

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Allosaurus 1

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Ab 5. Oktober 2011 wird im Wiener Naturhistorischen Museum eine seiner Hauptattraktionen wiedereröffnet: der völlig neugestaltete Dinosauriersaal. Ein lebensgroßes, bewegliches Modell eines Allosaurus ist nur eines der vielen neuen Highlights. Modernste Videoanimationen (produziert von 7reasons, © NHM) und interaktive Stationen vermitteln das Leben vor mehr als 65 Millionen Jahren so eindrucksvoll wie noch nie. Neben riesigen Skeletten von Diplodocus, Allosaurus und Iguanodon, wird auch jener Asteroideneinschlag visualisiert, der letztlich zum abrupten Ende der Dinosaurier führte.

Werbespot "The Dinos are back"