ausstellungen 2017

PRESSEGESPRÄCH ZUR NEUEN DAUERAUSSTELLUNG „DIE EVOLUTION DER MINERALE“

Pressegespräch am Dienstag, 04. April 2017, um 10.30 Uhr in der Unteren Kuppelhalle

mit

Univ.-Prof. Dr. Christian Köberl, Generaldirektor, NHM Wien
Prof. Dr. Robert M. Hazen, Carnegie Institution for Science, Washington DC, und George Mason University, Virginia, Executive Director of the Deep Carbon Observatory
Priv.-Doz. Dr. Uwe Kolitsch, Mineralogisch-Petrographische Abteilung des NHM Wien

„Seit Charles Darwin kennt man die Evolution von Lebewesen, aber ähnliche Veränderungen gibt es auch im unbelebten Mineralreich“, erklärt NHM Wien-Generaldirektor Christian Köberl.

„Als das Sonnensystem entstand, gab es eine Handvoll Minerale. Heute sind auf der Erde rund 5.000 bekannt. Über die Äonen haben sie sich den sich fortlaufend ändernden Umweltbedingungen angepasst, und geologische Prozesse sowie das Leben auf der Erde brachten der Erde ihre beispiellose Mineral-Vielfalt.“

Auf unserem Planeten gibt es viel mehr Minerale als  auf anderen Körpern im Sonnensystem. Grund dafür ist das Leben, dem mehr als die Hälfte der Minerale ihre Existenz verdanken so wie stetige Änderungen der Umweltbedingungen auf der Erde, sagt der „Entdecker“ der Mineral-Evolution, Robert M. Hazen von der Carnegie Institution in Washington D.C.

Hazen zeigte 2008 erstmals die Zusammenhänge zwischen der Neubildung von Mineralen und der Entwicklungsgeschichte der Erde auf. Die Mineralvielfalt auf der Erde ist weit größer als auf allen bisher untersuchten Planeten und Monden unseres Sonnensystems. Auf unserem Mond gibt es nach aktuellsten Schätzungen nur ca. 300 Minerale, auf dem Mars etwa 420, obwohl bisher nicht alle nachgewiesen wurden. Grund für die Vielfalt ist neben der Plattentektonik vor allem das Leben auf der Erde. Ihm verdanken über 50 % der Minerale ihre Existenz.

Ihren Ursprung nahm die Evolution der Minerale nach dem Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren, bei dem sich als erste Elemente Wasserstoff und Helium bildeten. Bei Kernfusionen in Sternen und bei Prozessen während Sternexplosionen entstanden alle anderen chemischen Elemente. Bei Sternexplosionen blieben von Sternen nur Gaswolken übrig, die sich rasch ausbreiteten und die Elemente im Weltraum verteilten. Beim Abkühlen bildeten sich daraus die allerersten Minerale als winzige Körnchen. So entstanden die 12 Urminerale.

Die Entwicklung lief weiter – vereinfacht gesehen wurde die Erde erst  „schwarz“, Magma erkaltete zu Basalt (4,55 bis 3,8 Milliarden Jahre), dann wurde sie rot vom Rost (3,8 bis 1,0 Milliarden Jahre), dann wurde sie weiß vom Eis, auch einem Mineral (1,0 bis 0,54 Milliarden Jahre), dann färbten Pflanzen sie grün (0,54 Milliarden Jahre bis heute).

Ab 5. April 2017 integriert das Naturhistorische Museum Wien dieses spannende Konzept in die Dauerausstellung: Objekte aus der Erdgeschichte und 56 Minerale zeichnen im Saal 1 die gemeinsame Entwicklungsgeschichte nach.
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Rote Erde

Animation: 7reasons
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Ausstellungsansicht "Evolution der Minerale"

© Nhm Wien, Alice Schumacher
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Ausstellungsansicht "Evolution der Minerale"

© Nhm Wien, Alice Schumacher
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Ausstellungsansicht "Evolution der Minerale"

© Nhm Wien, Alice Schumacher
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Ausstellungsansicht "Evolution der Minerale"

© Nhm Wien, Alice Schumacher
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Ausstellungsansicht "Evolution der Minerale"

© Nhm Wien, Alice Schumacher
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Ausstellungsansicht "Evolution der Minerale"

© Nhm Wien, Alice Schumacher
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Ausstellungsansicht "Evolution der Minerale"

© Nhm Wien, Alice Schumacher
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Die schwarze Erde

Die schwarze Erde: 4,55 bis 3,8 Milliarden Jahre
Heftiges Bombardement durch kleinere und größere Himmelskörper und starker Vulkanismus prägten die ersten Jahrmillionen unseres Planeten.
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Die weiße Erde

Die weiße Erde: 1,0 bis 0,54 Milliarden Jahre
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Die grüne Erde

Die grüne Erde: 0,54 Milliarden Jahre bis heute
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Diamant

© NHM Wien, Alice Schumacher
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Graphit

© NHM Wien, Alice Schumacher
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Rutil

© NHM Wien, Alice Schumacher
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Forsterit

© NHM Wien, Alice Schumacher
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Smithsonit

© NHM Wien, Alice Schumacher
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Krokoit

© NHM Wien, Alice Schumacher
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Chrysokoll

© NHM Wien, Alice Schumacher
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Konichalcit

© NHM Wien, Alice Schumacher