Schwarzer Raucher (Station 8, Saal 6)

 

Schwarze Raucher entstehen an Spalten und Vulkanen unter der Meeresoberfläche in Tiefen von ca. 2000 bis 5000 Metern. Es sind hydrothermale Quellen, an denen bis zu 400°C heißes Wasser austritt und mineralreiche Ablagerungen zurücklässt. Das ausgestellte Stück ist Teil eines Schlotes, seine Oberfläche ist feinkörnig, bröselig und rau. Besonders interessant ist der Geruch.

 

An der Austrittstelle der heißen Wässer bildet sich ein röhrenförmiger oder kegelartiger Schlot. Ähnlich einem Rauchfang tritt dort eine dichte Wolke aus dunklen Sulfidkristallen aus, die gleichzeitig zum Wachstum des bizarren und oft mehrere Meter hohen Schlotes führt. Seinen Namen verdankt der Schwarze Raucher der „Rauchfahne“ an der Austrittsöffnung. Die durch die heißen, sauren Lösungen aus dem Gestein herausgelaugten Stoffe werden beim Zusammentreffen mit dem kalten Meerwasser ausgefällt und sinken zu Boden. Dieser besteht vor allem aus Eisen, Mangan, Zink- und Kupfersulfiden. Diese Metall-Schwefelverbindungen tragen zum Geruch nach faulen Eiern bei, dem typischen Geruch von Schwefel bzw. Schwefelwasserstoff. Die Lebensdauer der Kamine beträgt ungefähr 10 Jahre. Neben noch aktiven Feldern finden sich erkaltete Schlote.

 

Schwarze Raucher bilden submarine Lagerstätten und könnten zur Gewinnung von Eisen, Kupfer, Zink aber auch Blei, Silber und Gold dienen. Leichter zugänglich, da an Land abbaubar, sind jedoch Erzlagerstätten gleicher Art in gehobener Ozeankruste wie sie z.B. auf Zypern zu finden sind.

 

Für die Forschung von Interesse sind auch die in der Umgebung schwarzer Raucher vorkommenden Lebewesen, die extremen Bedingungen angepasst sind. Manche Bakterien ernähren sich von Schwefelverbindungen und werden so zur Nahrungsgrundlage für höher entwickelte Lebewesen.

 

Nächstes Objekt: vom Schwarzen Raucher geradeaus bis zum Eingang in Saal 7; vom Eingang nach links, in der Ecke steht der Stromatolith.

 

 

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