Ammoniten (Station 12, Saal 8)

 

Im Erdmittelalter vor 250 bis 65 Millionen Jahren waren Ammoniten in allen Meeren der Welt verbreitet. Sie entwickelten unterschiedlichste Formen, neben eingerollten gab es auch langgestreckte Exemplare. In der Oberkreide erschienen Riesenformen, die Gehäusedurchmesser bis etwa 2,5 Meter erreichten.

 

Ammoniten sind seit dem Ende der Kreide ausgestorben. Als Verwandte der heutigen Tintenfische besaßen sie wie diese Fangarme. Zusammen mit Kiefern, die Schnäbeln von Greifvögeln im Aussehen sehr ähnlich sind, und gelegentlich erhaltenen Mageninhalten, deuten die Fangarme auf eine räuberische Lebensweise hin. Ammoniten haben die gleichen Vorfahren wie das heutige Perlboot (Nautilus) und teilen sich mit ihm auch das Auftriebssystem: mit Gas gefüllte Kammern im Gehäuse ermöglichen ein Schweben, Steigen und Sinken der im tiefen Wasser freischwimmend lebenden Organismen. Die Fortbewegung erfolgte nach dem Rückstoßprinzip, hierzu wurde Wasser durch einen Trichter gepumpt.

 

Aufgrund ihres massenhaften Auftretens und ihrer weltweiten Verbreitung werden Ammoniten auch als Leitfossilien verwendet. Eine relative Altersbestimmung verschiedener Gesteinsschichten wird so möglich. Findet man das gleiche Leitfossil in Sedimentgestein an verschienen Orten der Erde, so sind die Gesteine annähernd gleich alt. Abgestorben sanken die Gehäuse auf den Meeresboden, wo sie von Sediment bedeckt wurden und schließlich versteinerten.

 

Das ausgestellte Stück, ein 195 Millionen Jahre altes Original, stammt aus England. Die Ammoniten Asteroceras stellare erscheinen poliert wie Porzellan oder über die Jahre abgegriffen. Die Ammoniten, kühler als das sie umgebende Gestein und einem Schneckenhaus von der Form her nicht unähnlich, sind gut zu erkennen. Große und kleine Tiere finden sich nebeneinander. Eine Unterscheidung zwischen weiblichen und männlichen Tieren oder Rückschlüsse auf das Alter sind heute aufgrund der Größe nicht mehr möglich.

 

Bevor Wissenschaftler im 19. Jahrhundert Ammoniten als ausgestorbene Verwandte der Tintenfische erkannten, deutete man die spiralig eingerollten Schalen als versteinerte Schlangen. Ihren Namen erhielten die Ammoniten nach dem ägyptischen Sonnengott Ammon, der mit Widderhörnern dargestellt wurde.

 

Nächstes Objekt: Von den Ammoniten geht es weiter bis zur nächsten Ecke, wo das Vorderbein eines gewaltigen Dinosauriers steht. Von dort wieder nach rechts bis zum Eingang in Saal 9. Das Skelett des Hauerelefanten steht in der Mitte des Saales auf der rechten Seite (Fensterseite), der Unterkiefer in der linken Ecke.

 

 

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