Pfahlbauforschung

Die Zeit der Pfahlbauten - in der Wissenschaft werden diese auch Seeufersiedlungen genannt - erstreckt sich über den langen Zeitraum von etwa 5000 bis 500 v. Chr. Die ersten Pfahlbausiedlungen auf österreichischem Boden wurden bereits in der Jungsteinzeit bzw. der Kupferzeit errichtet. Insgesamt kennt man derzeit über 1000 Siedlungen dieser Art, die rund um die Alpen verteilt sind. Über 25 Siedlungen befinden sich in Kärnten und Oberösterreich. Fünf davon gehören zum UNESCO Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen. Dieses UNESCO Welterbe umfasst 111 eigenständige, besonders wertvolle archäologische Fundstellen in den Ländern Deutschland, Italien, Frankreich, Slowenien, Schweiz und Österreich. Die sich unter Wasser, an See- und Flussufern sowie in Feuchtgebieten befindenden Pfahlbausiedlungen liefern außergewöhnliche Erhaltungsbedingungen für organische Materialien wie Holz, Textilien, pflanzliche Reste oder Knochen. Das macht sie für die Archäologie und Naturwissenschaften besonders wertvoll .  

Die erste jungsteinzeitliche Pfahlbausiedlung in Österreich wurde 1864 von Ferdinand Hochstetter, dem ersten Direktor des Naturhistorischen Museums, im Keutschacher See in Kärnten entdeckt. Die Österreichische Pfahlbauforschung ist deshalb seit ihren Anfängen eng mit der Prähistorischen Abteilung verbunden. Bereits unter der Leitung von Elisabeth Ruttkay vom Naturhistorischen Museum in Wien arbeiteten in den 1990er Jahren und Anfang des 21. Jahrhunderts mehrere Spezialisten an dem Projekt „Bestandsaufnahme und interdisziplinäre Erforschung der Feuchtbodensiedlungen in Österreich“.  

Seit der Ernennung der Pfahlbauten zum UNESCO Welterbe beherbergt die Prähistorische Abteilung auch das Kuratorium Pfahlbauten, das für das Management des Pfahlbauwelterbes in Österreich verantwortlich ist.

2015 wurde ein neues Forschungsprojekt gemeinsam mit dem Kuratorium Pfahlbauten und der Universität Wien gestartet. In dem Sparkling-Science-Projekt „Doing Welterbe - Welterbe Begreifen“ werden die Pfahlbauten und das UNESCO Welterbe gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern am Attersee, Mondsee und Keutschacher See erforscht.
 

Weblinks

Sparkling-Science-Projekt „Doing Welterbe - Welterbe Begreifen“
Kuratorium Pfahlbauten
UNESCO Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
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