hallstatt-forschung

Der Fundort Hallstatt in Oberösterreich wird von der Prähistorischen Abteilung seit über 100 Jahren in Kooperation mit der Salinen Austria AG und den Salzwelten erforscht. In der archäologischen Welt ist dieser Ort im Dachsteingebirge vor allem durch Funde aus einem Gräberfeld der älteren Eisenzeit berühmt, die Hallstatt namengebend für eine Epoche in ganz Europa werden ließen. Neben dem Gräberfeld mit seinen außergewöhnlich reichen Grabbeigaben sind inzwischen auch die Funde aus den prähistorischen Bergwerken weltweit bekannt, die Dank der Erhaltungsbedingungen im Salzberg ein außergewöhnlich breites Spektrum umfassen. Die Forschungen der Prähistorischen Abteilung konzentrieren sich derzeit neben der Untersuchung des Gräberfeldes und der Bergbauanlagen auch auf das Wirtschaftsystem im Umland.

Die Hallstatt-Forschung verfügt über einen eigenen Webauftritt und informiert außerdem in zwei Weblogs über Aktuelles: Der Stiegen-Blog gewährt einen Einblick in die Arbeiten rund um die Übersiedlung der über 3000 Jahre alten Holzstiege aus dem Hallstätter Salzbergwerk. Der Blog „Holz für Salz“ gibt Auskunft über das gleichnamige Sparkling Science Projekt, an dem sich Schulen aus dem Raum Hallstatt beteiligten.

 

Wirtschaftsraum

Ansprechperson: Mag. Kerstin Kowarik

 

Der Wirtschaftsraum Hallstatt wird im Rahmen mehrerer Projekte von Mag. Kerstin Kowarik an der Prähistorischen Abteilung erforscht. Sie beschäftigt sich mit der Frage, was diese Wirtschaftsstruktur benötigte, um zu funktionieren, und wie die einzelnen Bedarfe (z. B. Betriebsmittel, Arbeits- und Lebensmittel) gedeckt werden konnten. Dazu wird neben dem Ort Hallstatt vor allem auch das Umland mithilfe von landschafts- und umweltarchäologischen Methoden sowie durch Computersimulationen erforscht. Zu den landschaftsarchäologischen Aspekten gehört unter anderem die Erforschung von landwirtschaftlichen Siedlungen, Wegesystemen und potentiellen Knotenpunkten für Handel und Versorgung, die mithilfe eines Geoinformationssystems kartiert und ausgewertet werden können. Die Umweltarchäologie erschließt verschiedene Archive im Boden, wie z. B. Moore oder Seeschlamm. Hierdurch können Informationen über vergangene Umweltbedingungen und Einflüsse, die der Mensch ausgeübt hat gewonnen werden. Zum besseren Verständnis des komplexen Wirtschaftssystems und dessen Vernetzung mit seiner Umwelt nutzt die Prähistorische Abteilung als eine der ersten Forschungseinrichtungen in Europa auch Computersimulationen, die die stetig wachsende Datenmenge und deren reiches Beziehungsgeflecht immer wieder anpassen und aktualisieren können.

 

Einzelprojekte

  • Das Projekt  "Hall-Impact" befasst sich mit der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der prähistorischen Salzbergwerke im Hallstätter Hochtal und deren Umgebung.