hallstatt-forschung

Der Fundort Hallstatt in Oberösterreich wird von der Prähistorischen Abteilung seit über 100 Jahren in Kooperation mit der Salinen Austria AG und den Salzwelten erforscht. In der archäologischen Welt ist dieser Ort im Dachsteingebirge vor allem durch Funde aus einem Gräberfeld der älteren Eisenzeit berühmt, die Hallstatt namengebend für eine Epoche in ganz Europa werden ließen. Neben dem Gräberfeld mit seinen außergewöhnlich reichen Grabbeigaben sind inzwischen auch die Funde aus den prähistorischen Bergwerken weltweit bekannt, die Dank der Erhaltungsbedingungen im Salzberg ein außergewöhnlich breites Spektrum umfassen.
Die Forschungen der Prähistorischen Abteilung konzentrieren sich derzeit neben der Untersuchung des Gräberfeldes und der Bergbauanlagen auch auf das Wirtschaftsystem im Umland.

Die Hallstatt-Forschung verfügt über einen eigenen Webauftritt und informiert außerdem in zwei Weblogs über Aktuelles: Der Stiegen-Blog gewährt einen Einblick in die Arbeiten rund um die Übersiedlung der über 3000 Jahre alten Holzstiege aus dem Hallstätter Salzbergwerk. Der Blog „Holz für Salz“ gibt Auskunft über das gleichnamige Sparkling Science Projekt, an dem sich Schulen aus dem Raum Hallstatt beteiligten.

 

Bergbau

Ansprechperson: Mag. Hans Reschreiter

 

Im Jahr 1960 begann die Prähistorische Abteilung mit der Untersuchung der archäologischen Bergwerksanlagen. Fast 4 Jahrzehnte arbeitete der ehemalige Direktor der Abteilung und Pionier der österreichischen Bergbau-Archäologie Fritz Ekart Barth in den Tiefen des Salzberges und schuf damit die Basis für die heutige Bergbauforschung. Erfasst wurden bislang vorwiegend Spuren des hallstattzeitlichen und des bronzezeitlichen Bergbaus, die uns einen außergewöhnlichen Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt der prähistorischen Menschen erlauben.

 

Unter der Leitung von Mag. Hans Reschreiter werden Organisation und Abbautechnik  untersucht, die sich unter Tage fassen lassen. Aufgrund der einmaligen Umgebungsbedingungen haben organische Materialien im Hallstätter Salzberg die Zeit nahezu unbeschadet überdauert. Daher gibt es zahlreiche Reste von Werkzeugen und Geräten aber auch ausgefeilten technischen Hilfsmitteln, die eine detaillierte Rekonstruktion der Arbeitsabläufe im prähistorischen Bergbau ermöglichen.

 

Die Ausgrabung der durch den Bergdruck wieder geschlossenen Stollen liefert zudem einzigartige Überreste von Nahrung und Kleidung der Menschen der Bronze- und Hallstattzeit. An der Erforschung des Hallstätter Salzbergwerks, die die Nutzung eines weiten Spektrums unterschiedlichster Analysen und Methoden ermöglicht, beteiligen sich viele Institutionen verschiedenster Fachrichtungen in ganz Europa.

 

Einzelprojekte

  • Projekt "Holz für Salz": Das wichtigste Betriebsmittel für den prähistorischen Bergbau in Hallstatt ist Holz. Im Rahmen eines Sparkling-Science-Projekts soll die Versorgung mit diesem Rohstoff erforscht werden.