die bau- und dekorgesteinssammlung

 

1-11_.Blick in die Bau- und Dekorgesteinssammlung.(I.106-107) 1024x768

 

Die umfangreiche Bau- und Dekorgesteinssammlung befindet sich zum Hauptteil im Kellerdepot und wird von Architekten, Steinmetzen und Restauratoren genützt, die Information über historische Baugesteine benötigen. Gefragt sind vor allem die Herkunft, am besten genaue Angaben zum Steinbruch, sowie Farb- und Texturvarietäten. Die Sammlung geht auf die Initiative von Felix Karrer (1825-1903) zurück. Karrer war jahrelang freier Mitarbeiter an der Mineralogischen Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums und trug einen kleinen Grundstock von Bau- und Pflastersteinen zusammen. Nach einer Schenkung der Union-Baugesellschaft entstand 1878 die Idee, ein umfassendes Archiv der wichtigsten Bau- und Dekorgesteine anzulegen. Die enorme Fülle unterschiedlichster europäischer Gesteine, die für die Wiener Ringstraßengebäude benutzt wurden, ließ die Sammlung sehr schnell auf über 7.000 Stück anwachsen. Karrer übernahm die genaue Beschreibung und Registrierung. Diese Arbeit fand so viel Anerkennung, dass auch die Baugesteinssuite des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins - über 2.000 Objekte - ans Museum kam. Heute beinhaltet die Sammlung ca. 35.000 Stück und zählt damit - was die historischen Stücke betrifft - zu den größten in Europa.

 

In einer Wandvitrine im Saal I sind verschiedene angeschliffene Materialien ausgestellt, darunter: diverse Granite für die frühere Straßenpflasterung Wiens; Rohmaterial für Baukalke und Zement; Bausteine, vor allem Kalksandsteine aus dem Wiener Becken und aus Ländern der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie; Kunststeine - Klinker, Terrazzo, Terrakotta und Stuckmarmor; Dekorgesteine - vor allem Kalke, Kalkbrekzien, Marmore aus Österreich und den Nachbarstaaten; silikatische Gesteine - Granit, Diorit, Quarzporphyr und Serpentinit sowie eine Fülle besonders attraktiver Dekorsteine aus dem Mittelmeerraum, die im antiken Rom verwendet wurden.
 

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