geologie-paläontologie

Zentrales Thema der Säle 6 bis 9 ist die Entwicklungsgeschichte des Lebens in der Erdgeschichte. Beginnend mit den einfachsten algenartigen Lebensformen, die für die Bildung des Sauerstoffs in der Atmosphäre verantwortlich waren, führt die Ausstellung durch mehr als

4 Milliarden Jahre Lebensgeschichte. Die wesentlichen Entwicklungsschritte werden schlaglichtartig beleuchtet und anhand von Faunen von Weltrang präsentiert. Eine Fülle hochwertiger Exponate und Rekonstruktionen illustriert Meilensteine der Evolution.

 

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saal 6 - entstehung der erde und des lebens

Der Kaisersaal wurde am 10. August 2009 im Rahmen der 120-Jahr-Feier des Naturhistorischen Museums eröffnet. Er ist dem Planeten Erde und seiner Wechselwirkung mit der Biosphäre gewidmet.
Die Lithosphäre, die feste Gesteinshülle der Erde, die Atmosphäre, ihre gasförmige Hülle, die Hydrosphäre, das Wasser der Ozeane, Seen und Flüsse, und die Biosphäre, der belebte Teil der Erde, bilden gemeinsam die Gaia-Sphäre, benannt nach der griechischen Göttin der Erde. Überraschende Zusammenhänge zwischen geologischen Kräften, dem Klima und dem

Leben selbst prägen seit mehr als 4 Milliarden Jahren unseren Planeten.
Der von Grund auf neu gestaltete Ausstellungsbereich überrascht mit interaktiven Stationen und neuesten Animationen, darunter der Beginn der Zeit und die 2000 Jahre lange Reise eines Wassertropfens durch die Ozeane. Eine Vulkanpumpe erlaubt es den Besuchern, selbst eine Magmenkammer unter Druck zu setzen und einen Vulkan zur Explosion zu bringen. Ein zwei Meter großes Erdmodell ermöglicht den Besuchern den Blick auf die Erde „aus dem All“.

 

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saal 7 - präkambrium (erdfrühzeit) und paläozoikum (erdaltertum)

widmet sich im Besonderen der Erdfrühzeit (Präkambrium), dem Erdaltertum (Paläozoikum) und deren Lebewesen. Besonders herauszustreichen sind die Ediacara-Fauna mit ihren frühen Vielzellern und die bizarren Burgess-Tiere. Die meisten Vertreter beider Gruppen besitzen keine direkten lebenden Nachfahren. Attraktive Rekonstruktionen ermöglichen es den Besuchern, sich diese Lebewesen besser vorzustellen. Weitere Highlights sind ein plastisch rekonstruierter Karbonwald mit Riesenlibellen und ein Diorama eines rund 420 Millionen Jahre alten Riffs aus dem Silur von Gotland. Ein echter Besuchermagnet ist die „Zeitmaschine“, die es erlaubt, durch das Drehen eines Steuerrades virtuell durch die Zeit zu reisen und sich die Verteilung der Kontinente anzusehen. Sogar ein Blick in die Zukunft ist möglich.

 

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saal 8 -  mesozoikum (erdmittelalter, vor 252 bis 66 millionen jahren)

ist dem Erdmittelalter gewidmet, dem Zeitalter der Dinosaurier und einer der spannendsten Perioden in der Erdgeschichte. Vielfältig wie die Lebewesen zur damaligen Zeit sind auch die Ausstellungsobjekte: Der Bogen spannt sich von echten Saurierskeletten und fossilen Urvögeln über wagenradgroße Ammoniten, Seelilien und versteinerte Korallenriffe bis zu den Resten der ersten Blütenpflanzen. Die frei im Raum montierten, lebensechten Rekonstruktionen behaarter Flugsaurier zählen zu den absoluten Publikumslieblingen. „Verabschiedet“ werden die Besucher mit einem simulierten Meteoriteneinschlag, wie er das Ende des Erdmittelalters markierte.

 

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saal 9 - känozoikum (erdneuzeit, vor 66 millionen jahren bis zur gegenwart)

hat die Erdneuzeit zum Mittelpunkt. Eine Fülle von Pflanzen- und Tierfossilien aus dem Wiener Raum vermittelt einen Eindruck vom Leben zur damaligen Zeit. Besondere Objekte sind das vollständige Skelett eines 17 Millionen Jahre alten Hauerelefanten (Prodeinotherium), ein gewaltiges fossiles Palmblatt, drei Evolutionsstufen der Pferdeentwicklung (z.B. Messelpferd), zahlreiche Bernsteinfossilien, die gewaltigen Gliedmaßen des Krallentiers Chalicotherium sowie das Diorama eines tropischen Korallenriffes vor 14 Millionen Jahren. Die so genannte „Pferdemaschine“ (Hippolab) ermöglicht es, Evolution hautnah mit zu erleben. Die Entwicklung des Pferdes wird in vier Zeitschnitten anhand von Animationen vorgeführt. Durch das Betätigen von Drehknöpfen kann der Besucher die Veränderung vom kleinen Urpferdchen bis zum modernen Pferd in 4 Schritten selbst auslösen. Simultan mit der Zeit verändern sich die Gestalt und die Größe der Pferde, ihr Lebensraum, ihre Nahrung und ihre Verbreitungsgebiete.
Allen, die mehr wissen wollen, empfehlen wir einen Besuch und unser Buch 100 Schritte Erdgeschichte, das mit kurzweiligen Texten durch die Geschichte unserer Erde führt und weit über einen „gewöhnlichen“ Saalführer hinausgeht.