ausgewählte objekte fischsammlung

mondfisch (mola mola (l.))

Durch ihre charakteristische Körpergestalt sind Mondfische unverwechselbar. Sie sind in allen tropischen und gemäßigten Meeren beheimatet und bevorzugen die offene See, wo sie gelegentlich an der Oberfläche liegend angetroffen werden. Diese Beobachtungen führten zu der Meinung, dass der Fisch ein Sonnenbad nehme. Ob dieses Verhalten als "normal" einzustufen ist, oder ob es sich in diesen Fällen um kranke, durch Parasiten geschwächte Tiere handelt, ist unklar. Letzteres ist jedoch wahrscheinlicher. Mondfische erreichen eine Größe von 4 Metern und ein Gewicht von über 1,5 Tonnen. Sie sind also nicht gerade unauffällige Tiere, trotzdem ist ihre Biologie weitgehend unbekannt. Wir wissen lediglich, dass ihre Nahrung aus Quallen, Tintenfischen, Seetang und Fischen besteht und dass ihre Reproduktionskapazität enorm ist: In einem einzigen jungen Weibchen mit einer Länge von 1,5 Metern wurden über 300 Millionen Eier gefunden!
Der in der Schausammlung ausgestellte Mondfisch stammt aus der Adria und wurde dem Naturhistorischen Museum 1890 vom damaligen Direktor der Zoologischen Station Triest, Dr. Graeffe, geschenkt.

weißer hai (carcharodon carcharias (l.))

Nicht zuletzt durch die bekannten Filmproduktionen Hollywoods ("Jaws") ist der Ruf des Weißen Hais ein sehr zweifelhafter. Tatsächlich sind die bis zu 8 Meter großen und mehrere Tonnen schweren Tiere weder "mordlüstern" noch "Killer". Das recht große Aggressionspotential dieses Hais muss in Zusammenhang mit seinem bevorzugten Lebensraum, den Weiten der tropischen und gemäßigten Meere, gesehen werden: Das Nahrungsangebot der Hochsee ist außerordentlich gering, nicht zufällig werden die Ozeane auch als "blaue Wüsten" bezeichnet. In diesem Habitat ist es unerlässlich, jede Möglichkeit zum Beutefang zu nutzen, um zu überleben. Jahreszeitlich zieht der Weiße Hai jedoch in Küstennähe und löst dann alljährlich jene Unfälle mit Menschen aus, die ihm den Ruf eines "Killer-Hais" eingetragen haben. Tatsächlich ist die Zahl der Angriffe auf Menschen gering, rund 5 pro Jahr gelten als gesichert. Angesichts der Tatsache, dass weltweit pro Jahr rund 40 Milliarden (!) Badeereignisse zu verzeichnen sind, ist die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz erschlagen zu werden rund 40 Mal größer, als jene, einem Weißen Hai zum Opfer zu fallen. Oft werden Angriffe auf Menschen auch abgebrochen, wenn der Hai erkennt, dass das attackierte Objekt nicht wie erwartet eine Robbe, die bevorzugte Beute des Weißen Hais, sondern ein Surfer oder Schwimmer ist.
Das in der Schausammlung ausgestellte Exemplar wurde um 1900 in der Adria gefangen. Der Umstand, dass in seinem Magen der Stiefel eines Matrosen der k.k. Marine gefunden wurde, lässt nicht vermuten, dass der Hai den Matrosen gefressen hat, er zeigt vielmehr, dass der "Große Weiße" ein ausgesprochener Allesfresser ist.

arapaima (arapaima gigas (cuvier))

Der Arapaima ist der größte Süßwasserfisch Südamerikas. Seine Heimat sind die großen Ströme der Tropen des Subkontinents, insbesondere das Amazonasbecken. Der bis zu 4 Meter große Arapaima ist ein Nestbauer, d.h. er laicht in eigens angelegten Gruben ab und bewacht das Gelege. Als Speisefisch hoch geschätzt sind die Bestände dieses zur Familie der Knochenzüngler zählenden Fisches in letzter Zeit stark rückläufig.

bandfisch oder heringskönig (regalecus glesne (ascanius))

Dieser bis zu 7 Meter lange Fisch ist in allen gemäßigten und tropischen Meeren beheimatet. Die nicht sehr häufige Art kennen wir überwiegend durch Funde toter oder verendender Tiere, die an den Küsten Neuseelands, Tasmaniens und des östlichen Nordatlantik angeschwemmt wurden. Man nimmt jedoch an, dass der Bandfisch normalerweise das flache Wasser meidet und im offen Meer in Tiefen zwischen 300 und 600 Metern lebt. Die Nahrung dieses spektakulären Tieres besteht in der Hauptsache aus Krill. Die Bezeichnung "Heringskönig" verdankt die Art der früher verbreiteten Annahme, dass Bandfische Schwärme von Heringen anführen würden, was sicher nicht stimmt.

quastenflosser (latimeria chalumnae (smith))

Der Quastenflosser ist die einzige überlebende Art der Crossopterygier, einer Fischgruppe für die es Belege aus dem Devon (ca. 300 Mio. Jahre) gibt, deren Mitglieder jedoch - eben mit Ausnahme des Quastenflossers - vor rund 90 Millionen Jahren ausstarben. Der Quastenflosser wird daher auch oft als "lebendes Fossil" bezeichnet.
Der Erstnachweis für die Art gelang 1938, als ein Exemplar vor der Küste Südafrikas an der Mündung des Chalumna-Flusses, dem die Art auch ihren Namen verdankt, gefangen wurde. Dieser Umstand ist auch deshalb bemerkenswert, weil alle übrigen bisher gefangenen Quastenflosser (rund 250) aus der Umgebung der Komoren stammen, also weitab vom Fundort des ersten Tieres. Der Quastenflosser erreicht eine Länge von knapp 2 Metern und ein Gewicht von 90 kg. Er bewohnt die Steilabhänge der Komoren in Tiefen von 150 bis 400 Metern und ernährt sich von Fischen. Die Frage, ob der Quastenflosser lebendgebärend ist oder Eier legt, ist nach wie vor umstritten. Für beide Varianten gibt es Anhaltspunkte. Mit Ausnahme von Unterwasseraufnahmen, die Anfang der 90er Jahre entstanden, ist es bisher nicht gelungen, Informationen aus der Beobachtung von lebenden Quastenflossern zu erhalten. Alle gefangenen Tiere starben innerhalb weniger Stunden.
1998 wurde eine weitere Quastenflosserart (Latimeria menadoensis) vor der Insel Sulawesi (Indonesien) endeckt.