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Buffalo Ballad

15. April 2015 - 04. Oktober 2015


Fotografien von Heidi & Hans-Jürgen Koch

„Wir sind durch das Herz des Bisonlandes gereist, durch North und South Dakota, Wyoming, Colorado und Montana. Unser Bild des Bisons ist weder romantisch noch nostalgisch. Es zeigt gleichermaßen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der amerikanischen Prärie.“ Heidi & Hans-Jürgen Koch
 
Die Ausstellung „Buffalo Ballad“ ist die visuelle Spurensuche im Herzen des Bisonlandes nach dem Geist und Mythos dieser amerikanischen Ikone. In den  Schwarz-Weiß Fotografien von Heidi & Hans-Jürgen Koch wird der Bison zu einer realen Vision: „Es muss da draußen Orte geben, wo archaische Kreaturen frei leben können. Nur eine Welt, in der das möglich ist, ist eine lebenswerte Welt.“, so die beiden Fotografen.
 
Wahrscheinlich waren es mehr als 30 Millionen Amerikanischer Bisons, die im 16. Jahrhundert über die Grasebenen zwischen Kanada und Mexiko und von den Rocky Mountains bis zum Mississippi zogen. Die Prärie war ein wogender Ozean aus zottigen, dunklen Leibern. Mit der Besiedlung des amerikanischen Mittelwestens begann ein gigantisches Schlachten. Niemals zuvor haben Menschen in einem so kurzen Zeitraum so viele Tiere getötet. In weniger als zwei Jahrzehnten wurde die gesamte Population vernichtet. Fast. Die Geschichte des Bisons ist eine Parabel über Globalisierung und das Zusammenspiel von technischem Fortschritt, Kapitalismus, Unverständnis ökologischer Zusammenhänge, Ideologien und Politik. Der Bison symbolisiert die Amerikanische Seele. Theodor Roosevelt schickte die Kavallerie, um die letzten ihrer Art zu bewachen. Er wurde zum Urvater des US-Naturschutzes.
 
Heute wird der Bison im Rahmen des Langzeitprojektes „Buffalo Commons“ wieder angesiedelt, auch um der Desertifikation der Great Plains Einhalt zu gebieten – dies führte in den 30ern zum „Dust Bowl“, den Hungerjahren, die Zehntausende von Siedlern zur Flucht aus dem wertlos gewordenen Land getrieben hatten – und wenn erneut, Hunderttausende Bisons frei über Teile der Plains ziehen könnten, dann würde sich auch das Land wieder erholen: ökologisch, ökonomisch und sozial, so die Planer dieses Projekts.
 
Heidi und Hans-Jürgen Koch studierten vor ihrer Karriere als Fotografen Sozialarbeit und Verhaltensforschung. Vor mehr als 25 Jahren erfolgte der gemeinsame Schritt in die Welt der Fotografie. Zahllose Publikationen in den renommiertesten Magazinen der Welt zeugen von ihrer Passion und Profession.